Mutmaßlicher Schleuser-Lkw (Foto: Bundespolizeiinspektion)

Schleusung: Haftbefehl gegen Fahrer abgelehnt

Thomas Gerber   24.10.2018 | 17:12 Uhr

Der ukrainische LKW-Fahrer, aus dessen Kühlanhänger am Dienstag nahe Saarlouis fünf Iraker befreit werden konnten, muss nicht in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Bundespolizei hat das Amtsgericht Saarbrücken den Haftbefehlsantrag der Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag abgelehnt. Der 37-Jährige bleibt gegen 1000 Euro Sicherheitsleistung auf freiem Fuß.

Den Haftbefehl hatte die Behörde wegen des Verdachts der Einschleusung, der unterlassenen Hilfeleistung und der Freiheitsberaubung beantragt. Dem ist das Amtsgericht nun nicht nachgekommen, erkannte keine Fluchtgefahr. War der 37 Jährige doch ganz offenbar in die Schleusung nicht eingebunden und hatte auch nicht finanziell von ihr profitiert.

Die fünf Iraker hatten zuvor in getrennten Vernehmungen erklärt, dass sie erst 250 Kilometer vor der deutschen Grenze mit Hilfe eines unbekannten Fluchthelfers in den Kühlanhänger gestiegen seien. Während der Fahrt hätten sie sich dann bemerkbar gemacht, der LKW-Fahrer sei aber trotzdem noch rund 90 Minuten mit den Flüchtlingen im eiskalten Anhänger bis nach Lisdorf gefahren.

Bis zu 6000 Dollar gezahlt

Einer der fünf Iraker zog sich dabei leichte Erfrierungen am Fuß zu. Die Fünf waren nach eigenen Angaben vom Irak über die Türkei, Griechenland, Italien und Frankreich nach Deutschland gelangt. Ihr eigentliches Ziel sei Großbritannien gewesen. Für ihre Flucht hatten sie zwischen 4000 und 6000 Dollar an einen Schleuser bezahlt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.10.2018 berichtet.

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