Ein Rollstuhlfahrer steht auf dem Bahnsteig (Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Saarland präsentiert neuen Aktionsplan zur Inklusion

Christian Leistenschneider / Janek Böffel   17.08.2022 | 17:21 Uhr

Zehn Jahre nach der ersten Ausgabe hat das Saarland einen neuen Landesaktionsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderung verabschiedet. Der Plan umfasst mehr als 180 bereits umgesetzte oder geplante Maßnahmen, mit denen den Betroffenen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens Teilhabe ermöglicht werden soll.

Behinderung ist kein Randphänomen. Im Saarland hatte Ende 2019 mehr als jeder Fünfte eine Behinderung, mehr als jeder Zehnte galt sogar als schwerbehindert. Behindert werden diese Menschen im öffentlichen Leben vor allem dadurch, dass sie auf Barrieren treffen, seien es physische, digitale oder auch Sprachbarrieren.

Der Abbau derartiger Barrieren ist eine Verpflichtung der Politik. Sie muss auch auf Landesebene die 2009 in Deutschland in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen und Menschen mit Behinderung die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Was das Saarland dafür tut, hat das Sozialministerium im zweiten Landesaktionsplan zu dem Thema zusammengefasst, der auch den 6. Landesplan zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen enthält.

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Audio [SR 3, Interview: Janek Böffel, 18.08.2022, Länge: 04:16 Min.]
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Infoportal zu Barrierefreiheit

Insgesamt 300 Seiten umfasst das Dokument. Es soll einen Überblick über die Situation von Menschen mit Behinderung im Saarland geben und aufzeigen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Dazu werden bereits bestehende Maßnahmen, aber auch weiterführende Projekte aufgelistet.

So soll laut Aktionsplan unter anderem eine Fachstelle zur Beratung der öffentlichen Hand in Sachen Barrierefreiheit gegründet sowie ein Informationsportal über die Barrierefreiheit von Arztpraxen eingerichtet werden. Insgesamt sind mehr als 180 Projekte aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens verzeichnet.

Veröffentlichung verschoben

Der Aktionsplan ist nach der ersten Ausgabe von 2012 der zweite seiner Art im Saarland. An seiner Entstehung waren auch Betroffenenvertreter beteiligt.

Ursprünglich sollte der Plan schon in der vergangenen Legislaturperiode vorgelegt werden, die Veröffentlichung wurde jedoch mehrmals verschoben. Und auch wenn das Sozialministerium nach der Wahl von CDU- in SPD-Hand gewechselt ist: Das Vorwort stammt noch von Ex-Ministerin Monika Bachmann.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.08.2022 berichtet.

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