Ein Mann sitzt in der Wartezone im Impfzentrum Saarbrücken. (Archivbild) (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Zwei Impfzentren im Saarland schließen

  04.05.2022 | 17:07 Uhr

Die Landesregierung will die Impfzentren im Saarland von vier auf zwei reduzieren. Ab Juni soll es nur noch in Saarlouis und Neunkirchen stationäre Zentren für Corona-Impfungen geben.

Das saarländische Gesundheitsministerium, die Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken haben sich auf eine Reduzierung der Impfzentren im Saarland zum 1. Juni verständigt. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) sagte, der Weiterbetrieb aller vier Zentren sei in der aktuellen Form angesichts geringer Nachfrage weder notwendig noch wirtschaftlich.

"Die Zahl der täglichen Impfungen sinken immer weiter"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 05.05.2022, Länge: 03:19 Min.]
"Die Zahl der täglichen Impfungen sinken immer weiter"

Geringe Nachfrage

Während etwa in Saarbrücken im Januar dieses Jahres noch durchschnittlich 770 Corona-Impfungen pro Tag verabreicht wurden, waren es im April nur noch 45 Impfungen pro Tag.

Die niedergelassenen Ärzte könnten die bestehende Nachfrage problemlos bedienen, so Jung. „Wir sind uns aber auch einig in der Einschätzung, dass sich die Lage im Herbst im Falle einer erneuten schweren Infektionswelle wieder ganz anders darstellen kann und erneut Impfzentren für eine schnelle Impfkampagne benötigt werden.“

Jung dankt Mitarbeitern

Hintergrund der Entscheidung ist auch die Finanzierung: Ursprünglich hatte der Bund die Finanzierung der Impfzentren mit jeweils 50 Prozent bis Jahresende zugesagt. Diese Zusage wurde am Dienstag vorläufig auf den Zeitraum bis zum 25. November reduziert.

Den Mitarbeitern der Impfzentren dankte Jung. Sie hätten in den vergangenen Monaten Großartiges geleistet und seien die Gesichter der saarländischen Impfkampagne.

Das ändert sich ab Juni

  • Das Impfzentrum West in Saarlouis bleibt am Standort im Industriegebiet Metzer Wiesen bestehen. Die Öffnungszeiten sollen „bedarfsorientiert angepasst“ werden.
  • Das Impfzentrum Ost in Neunkirchen zieht in das alte Kaufhof-Gebäude in der Innenstadt, da der Mietvertrag für das alte Praktiker-Gebäude in Sinnerthal ausläuft und das Impfzentrum außerdem verkleinert werden soll. Dadurch sollen Kosten reduziert werden. Außerdem sei der neue Standort zentral gelegen, gut an den ÖPNV angebunden und könne bei Bedarf ausgebaut werden, so das Gesundheitsministerium. Die Öffnungszeiten sollen „bedarfsorientiert angepasst“ werden.
  • Das Impfzentrum Süd am alten Messegelände in Saarbrücken schließt zum 31. Mai und geht in den Stand-By-Modus. Die Infrastruktur bleibt vor Ort. Der Regionalverband will einen Teil des Personals im Gesundheitsamt weiterbeschäftigen.
  • Das Impfzentrum Nord in der Mehrzweckhalle in Wadern-Büschfeld schließt zum 31. Mai. Technik und Kabinen werden eingelagert.

Die mobilen Impfteams sollen unabhängig davon weiter im Einsatz bleiben.

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