Lastwagen parken vor dem Werk der Robert Bosch GmbH in Homburg (Foto: imago/Becker&Bredel)

Brennstoffzelle als Chance für Homburger Bosch-Werk

Karin Mayer   13.03.2019 | 18:45 Uhr

Das Bosch-Werk in Homburg soll künftig auch Produkte für die Brennstoffzelle herstellen. Darüber hat das Unternehmen die rund 4100 Mitarbeiter im Diesel-Werk per Aushang informiert. Es handelt sich dabei um drei Bauteile für die Brennstoffzelle, wie ein Unternehmenssprecher dem SR bestätigte.

Für den Betriebsratsvorsitzenden Oliver Simon ist das ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung des Standortes. Das Homburger Werk erhalte damit eine Perspektive. Zwar werde sich dadurch die Beschäftigungssituation nicht kurzfristig verbessern, langfristig könne das Diesel-Werk durch die Brennstoffzellentechnologie aber ein neues Geschäftsfeld bekommen.

Situation bleibt schwierig

Video [aktueller bericht, 13.03.2019, Länge: 3:49 Min.]
Bosch-Werke Homburg produziert für die Brennstoffzelle

Trotz dieser Zusage bleibt die Situation im Diesel-Werk schwierig. Nach Unternehmensangaben erwartet Bosch, dass die Auftragslage sich weiter verschlechtert. Deshalb sind bereits Schließtage am Standort Homburg vereinbart worden. Die Betriebsräte wollen nun mit der Geschäftsleitung über Beschäftigungssicherungsmaßnahmen an den Standorten Homburg, Feuerbach und Bamberg verhandeln. Sie fordern auch den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2030.

Ralf Reinstädtler von der IG Metall Homburg sagte dem SR, es sei ein großer Erfolg, dass die Beschäftigten für die neuen Produkte keine Gegenleistung erbringen müssen. Das Unternehmen hatte offenbar eine 30-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich vorgeschlagen.

Weiterer Personalabbau droht

Brennstoffzelle als Chance für Bosch-Werk
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Brennstoffzelle als Chance für Bosch-Werk
Wie zukunftsträchtig das ist erklärt SR-Reporterin Karin Mayer.

Das Diesel-Werk von Bosch in Homburg baut seit Jahren Jobs ab. Das Unternehmen nutzt dafür eine großzügige Vorruhestandsregelung. Grund dafür sind der Diesel-Skandal und weniger Aufträge. Der Betriebsratsvorsitzende Oliver Simon weist darauf hin, dass in den nächsten Jahren noch 1000 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden können. Allerdings müssen sie mit hohen Rentenabschlägen rechnen. Deshalb werde die Ruhestandsregelung vielleicht künftig nicht mehr den nötigen Effekt bringen. Die Betriebsräte fordern den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2030.

Während für den Bosch-Standort Homburg also ein Lichtblick besteht, sieht die Zukunft andernorts düster aus. Am Standort in Stuttgart-Feuerbach demonstrierten am Mittwoch mehrere tausend Mitarbeiter gegen den befürchteten Stellenabbau.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 13.03.2019 berichtet.

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