Ein Zollfahnder auf einer Baustelle (Foto: IG BAU)

Millionenschaden durch Schwarzarbeit und Betrug

Axel Wagner   21.04.2020 | 15:02 Uhr

In einem umfangreichen Ermittlungsverfahren um bundesweite Schwarzarbeit, Betrug und Waffenbesitz ist jetzt das letzte Urteil gegen einen der fünf Hauptangeklagten gefallen. Ein 39-jähriger, im Saarland lebender Mann wurde in Kaiserslautern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten sowie 20.000 Euro Strafe verurteilt, teilte das Saarbrücker Hauptzollamt mit.

In dem Verfahren, das schon seit mehreren Jahren läuft, geht es um zahlreiche Fälle von Schwarzarbeit mit einem Millionenschaden: 1,3 Millionen Euro Sozialversicherungsbeiträge, 250.000 Euro hinterzogene Lohnsteuer und 380.000 Euro nicht gezahlte Sozialkassenbeiträge hatten die Ermittler aufgedeckt.

Zahlreiche Waffen gefunden

In das Verfahren gegen den 39-Jährigen wurden außerdem Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz einbezogen. Auslöser dafür war eine bundesweite, groß angelegte Razzia mit insgesamt 61 Durchsuchungen. In der Garage des Mannes fanden die Ermittler eine Maschinenpistole, drei Pistolen, zwölf Taser und weitere Waffen, dazu zwei Kilogramm Sprengstoff mitsamt Zündern.

Über ein Firmengeflecht hatten die Täter zwischen Mitte 2013 und Juni 2018 Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen ausgestellt. Mithilfe dieser „Scheinrechnungen“ konnten die Käufer in ihrer Buchhaltung Sachkosten und Dienstleistungen abrechnen, die von Schwarzarbeitern erbracht wurden. Sowohl der Verkauf als auch der Ankauf solcher „Scheinrechnungen“ sind illegal.

Ermittlungen auch gegen Käufer

Vier weitere Angeklagte, ein 59-Jähriger und drei 32, 37 und 38 Jahre alte Männer – alle wohnhaft im Großraum Pirmasens und im Landkreis Saarlouis – wurden vom Land- und Amtsgericht Kaiserslautern zu Freiheitsstrafen von jeweils zehn bis zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem müssen sie Geldstrafen zwischen 1200 und 5400 Euro zahlen. Die Taten fanden im Saarland, im Raum Pirmasens und im Rhein-Main-Gebiet statt. Alle Urteile sind rechtskräftig.

Gegen die Käufer der Scheinrechnungen sind bundesweit allein aus den Saarbrücker Ermittlungen noch mehr als 50 Verfahren anhängig. Geleitet wird das Großverfahren von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Kaiserslautern.

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