ZF (Foto: dpa)

ZF investiert 800 Millionen Euro in Saarbrücken

Karin Mayer   07.12.2018 | 08:19 Uhr

Der ZF-Konzern will den Hybridantrieb weiterentwickeln. Dafür gibt der Getriebehersteller insgesamt drei Milliarden Euro aus. Von dieser Investition profitiert der Standort Saarbrücken stark.

Der ZF Konzern investiert in den nächsten vier Jahren 800 Millionen Euro in den Standort Saarland. Wie der Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider dem SR mitteilt, soll das Werk bis 2025 den Anteil an Hybrid-Getrieben auf über 50 Prozent steigern. Schon im nächsten Jahr soll ein weiterentwickeltes Hybrid-Getriebe in Serie gehen, das größere Reichweiten elektrisch fahren kann.

Rund 36 Milliarden Euro Umsatz in 2018

ZF investiert in Elektromobilität und automomes Fahren
Audio [SR 3, Karin Mayer , 07.12.2018, Länge: 03:00 Min.]
ZF investiert in Elektromobilität und automomes Fahren

Scheider sagte weiter, für den Standort Saarbrücken sei die Elektrifizierung des Antriebsstrangs Chance und Herausforderungen zugleich: "Als Chance sehen wir die zunehmende Marktdurchdringung der weiterentwickelten Hybridantriebe, die aus unserer Sicht viel mehr sind als nur eine Brückentechnologie", sagt ZF-Chef Scheider in Saarbrücken.

Mit höheren Reichweiten zwischen 80 und 100 Kilometern könnten sie den Großteil aller Fahrten elektrisch absolvieren und so der E-Mobilität schneller zum Durchbruch verhelfen. In diesem Jahr werden in über 2,6 Millionen 8-Gang-Automatgetriebe in Saarbrücken hergestellt. 110.000 davon waren Hybridantriebe. Für 2018 erwartet ZF einen Umsatz von rund 36,5 Milliarden Euro.

Video [aktueller bericht, 07.12.2018, Länge: 3:05 Min.]
Neue Hybridtechnologie bei ZF

Langfristig sinkender Absatz

Sollte die aktuell prognostizierte Entwicklung hin zu einer reinen Elektromobilität so fortschreiten, wie in etlichen Studien prognostiziert, rechnet das Unternehmen langfristig mit einem sinkenden Absatz im Werk Saarbrücken.

Nach Jahren des Aufbaus wird damit auch die Mitarbeiterzahl sinken: "Diesen Wandel gilt es zu gestalten und zu moderieren", sagt Stephan von Schuckmann, Leiter der Division Pkw-Antriebstechnik. "Die Tatsache, dass diese Effekte erst in einigen Jahren eintreten werden, gibt uns die Chance, uns bereits heute darauf vorzubereiten."

Wie das Unternehmen mitteilt, sorgen derzeit die US-Handelszölle und die Diskussion über Diesel-Fahrverbote für sinkende Abrufe. Das erste Quartal 2019 könne deshalb schwieriger werden. Die ZF AG hat in Saarbrücken rund 8900 Mitarbeiter, weltweit 150.000. 

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 07.12.2018 berichtet.

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