Uniklinik Homburg (Foto: SR)

Zeugenaufmarsch wegen Missbrauchsskandal

Thomas Gerber   27.02.2020 | 19:41 Uhr

Sechs Mitarbeiter der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Homburg sind am Donnerstag im Untersuchungsausschuss zum möglichen Missbrauchsskandal vernommen worden. Linke und SPD kommen zu dem Ergebnis, dass die Landesregierung womöglich schon früher von den Verdachtsfällen wusste.

Ihr Kronzeuge sei ein ehemaliger Mitarbeiter, der angeblich in der sogenannten Oberarztrunde vom Institutsleiter Professor von Gonthard über den Verdacht informiert worden war. Von Gonthard habe erklärt, dass er mit der Verwaltung und der Landesregierung Verschwiegenheit vereinbart habe.

Video [aktueller bericht, 27.02.2020, Länge: 2:36 Min.]
Zeugenaufmarsch wegen Missbrauchsskandal an der Uniklinik Homburg

"Puzzleteile fügten sich zusammen"

Wörtlich soll er geäußert haben: "Bitte, bitte sagen Sie nichts weiter - auch nicht Ihren Partnern!" Wann, in welchem Jahr diese Oberarztrunde stattgefunden haben soll, konnte der gesundheitlich angeschlagene Zeuge allerdings nicht sagen.

Gleiches galt für die Frage, wen er denn mit Landesregierung meinte. In den Aussagen der anderen Zeugen war zuvor deutlich geworden, dass es bereits frühzeitig Hinweise auf mögliche pädophile Neigungen des Assistenzarztes gegeben hatte. Letztlich aber wurden die erst Ende 2014 mit Erstattung der Strafanzeige ernst genommen. Dann, so eine Krankenschwester, hätten sich die Puzzleteile zusammengesetzt und es sei ihr wie Schuppen von den Augen gefallen.

Am Freitag soll sich Ex-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer
(CDU) im Untersuchungsausschuss äußern.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 27.02.2020 berichtet.

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