Das Kohlekraftwerk in Bexbach (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Wohl keine Änderung bei Saar-Kohlekraftwerken

Axel Wagner   30.09.2022 | 18:56 Uhr

Durch mehr Flexibilität bei der Kohlebevorratung will die Bundesregierung Kohlekraftwerke schneller ans Netz bringen. Für die saarländischen Standorte Weiher III und Bexbach ändert sich dadurch aber wohl nichts, sie starten in gut vier Wochen. Das Saar-Umweltministerium sieht in dem Betrieb indes kein Problem.

„Wir werden voraussichtlich spätestens zum 1. November an den Markt gehen – vielleicht ein bisschen früher“, sagte Steag-Unternehmenssprecher Markus Hennes dem SR zu den beiden Kraftwerksstandorten Weiher III (Quierschied) und Bexbach, die derzeit für die Wiederinbetriebnahme vorbereitet werden.

Kohlebevorratung flexibilisiert

Sie sollen zusammen mit dem Werk in Völklingen-Fenne, das länger am Netz bleiben soll als ursprünglich geplant, Kohlestrom liefern, im Winter und auch darüber hinaus. Für die Kohlekraftwerke gilt eine Laufzeitzusage bis einschließlich März 2024.

Die jetzt beschlossene Flexibilisierung der Kohlebevorratung helfe bei den Vorbereitungen, so Hennes. Bislang galt, dass Kohlekraftwerke mindestens genug Kohle für einen 30-tägigen Volllastbetrieb vorrätig haben müssen, um ans Netz gehen zu können.

Verstärkte Belieferung im Oktober

Beim Kraftwerk Bexbach wären das 180.000 Tonnen Kohle – eine Herausforderung, denn bis vor Kurzem mangelte es bei der Bahn noch an passenden Waggons und vor allem Lokführern. Zum Vergleich: Ein Doppelzug der Bahn kann pro Tag maximal 6000 Tonnen Kohle anliefern.

Diese Engpässe sind laut Steag jedoch inzwischen behoben. Formell ab Samstag, faktisch ab kommender Woche sollen die Kohlekraftwerke in Deutschland verstärkt beliefert werden. Am bisherigen Zeitplan für die Saar-Kohlekraftwerke, zum 1. November ans Netz zu gehen, hält der Betreiber Steag jedoch fest. Läuft alles günstig, könnte die Stromproduktion bestenfalls einige wenige Tage vorgezogen werden.

Umweltministerium sieht kein Problem

Unterdessen erwartet das saarländische Umweltministerium keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt, wenn die drei saarländischen Kohlekraftwerke wieder voll an den Start gehen. Das teilte das Ministerium dem SR mit.

Man habe Auswirkungen auf die Luftqualität getestet und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass alle drei Kraftwerke noch immer die im Bundesemissionsschutzgesetz festgelegten Normen und Grenzwerte einhalten, so das Ministerium. Auch im Hinblick auf die Gewässerbelastung würden die gesetzlichen Vorgaben eingehalten.

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