Ein kleines Mädchen sitzt weinend auf dem Fußboden in ihrem Zimmer. (Foto: picture alliance / ZB | Patrick Pleul)

Mehr Kindesgefährdungen im Saarland festgestellt

Anke Birk   22.07.2021 | 08:52 Uhr

Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist im Saarland im Corona-Jahr 2020 deutlich angestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Bei 490 Kindern und Jugendlichen im Jahr 2020 hätten die Jugendämter im Saarland eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. 247 Fälle davon stuften die Ämter als "akut" ein. Im Jahr 2019 habe es nur 180 "akute" Fälle gegeben.

Häufig vernachlässigte Kinder

In den meisten Fällen habe es sich im vergangenen Jahr um Vernachlässigungen gehandelt (174 Fälle), gefolgt von psychischen (71) und körperlichen Misshandlungen (61). In elf Fällen sei es um sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gegangen. Insgesamt gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Saarland 2323 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung.    

Bundesweit haben die Jugendämter in Deutschland im Jahr 2020 bei über 60.000 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5000 Fälle mehr als 2019. Jedes zweite Kind war jünger als acht Jahre, jedes dritte Kind jünger als fünf Jahre. Psychische Misshandlungen seien um 17 Prozent besonders stark gestiegen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 22.07.2021 berichtet.

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