In einem Flur der Intensivstation in der Coronapatienten mit schweren Krankheitsverläufen behandelt werden stehen Ausrüstung und Schutzkleidung bereit (Foto: picture alliance/dpa | Christophe Gateau)

Zahl der Covid-Patienten im Saarland deutlich gesunken

Thomas Braun   25.05.2021 | 16:15 Uhr

Die Zahl der Covid-Patienten in den saarländischen Kliniken ist auf den niedrigsten Stand seit Oktober gesunken. Mit rund drei Wochen Verzögerung schlägt sich der Trend bei den rückläufigen Infektionszahlen auch auf die Belegungszahlen in den Kliniken nieder.

Für Pfingstmontag meldete das saarländische Gesundheitsministerium 85 Patienten, die mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt wurden. Das ist der niedrigste Wert seit dem 23. Oktober.

Insbesondere in den vergangenen Tagen gab es einen deutlichen Rückgang. Binnen einer Woche sanken die Patientenzahlen um 35 Prozent. Im Vergleich zu Anfang Mai haben sie sich sogar halbiert.

Auch auf den Intensivstationen liegen derzeit deutlich weniger Patienten als noch vor einer Woche - hier ist es der niedrigste Stand seit Mitte März.

Verzögerung zwischen Infektion und Erkrankung

Der Leiter des Landeskompetenzzentrums für Infektionsepidemiologie, Professor Sören Becker, sieht einen deutlichen Zusammenhang mit der Corona-Entwicklung insgesamt im Saarland. "Wir beobachten im Saarland seit etwa dreieinhalb Wochen einen deutlichen Abfall der Sieben-Tage-Inzidenz", so Becker.

Niedrigste Patientenzahl in Krankenhäusern seit Oktober
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 25.05.2021, Länge: 01:30 Min.]
Niedrigste Patientenzahl in Krankenhäusern seit Oktober

Da zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Ausbruch eines schweren Krankheitsverlaufs aber mehrere Wochen liegen, dauere es immer, bis man den Rückgang des Infektionsgeschehens auch an den Krankenhauszahlen sehe. "Insofern ist es sicherlich so, dass ein großer Teil dieses Rückgangs durch die seit einem Monat deutlich sinkenden Inzidenzen zu erklären ist", so Becker.

Impfkampagne weiterer wichtiger Baustein

Eine Rolle spiele aber auch die fortschreitende Impfkampagne. Schon in ein oder zwei Wochen sei immerhin fast jeder Zweite im Saarland mindestens einmal geimpft, sagte Becker. Und man wisse, dass bereits eine einmalige Impfung sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen schütze. "Das ist sicherlich ein zweiter Baustein, der diesen doch erfreulich schnellen Rückgang erklären kann", sagte Becker.

Ähnlich schätzt auch die Uniklinik Homburg die Ursachen für die aktuelle Entwicklung ein. Dort sinkt die Zahl der Covid-Patienten schon seit etwa 14 Tagen kontinuierlich. Die Uniklinik verweist zusätzlich auf den besonders starken Rückgang der Infektionszahlen bei den über 60-Jährigen. "Da diese Gruppe prozentual häufiger im Krankenhaus aufgenommen wird als jüngere Menschen, macht sich dieser Rückgang doppelt bemerkbar", sagte eine Sprecher.

Viele OPs werden jetzt nachgeholt

Aber auch wenn die Zahl der Covid-Patienten weiter zurückgeht - insgesamt sind die Intensivstationen immer noch gut belegt. Wie aus Daten des DIVI Intensivregisters hervorgeht, waren am Dienstag 83 Prozent aller verfügbaren Intensivbetten im Saarland belegt. Die Saarländische Krankenhausgesellschaft erklärt das mit der hohen Zahl der aufgeschobenen Operationen, die jetzt nachgeholt werden.

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