Blick über das Wohngebiet Eschberg, Saarbrücken (Foto: Imago/BeckerBredel)

Was Wohnungsgesellschaften fürs Energiesparen planen

Kai Forst   26.07.2022 | 16:18 Uhr

Hohe Energiepreise und ein möglicher Gaslieferstopp: Mieter und Vermieter blicken bereits jetzt mit Sorge auf Herbst und Winter. Im Saarland reagieren Wohnungsgesellschaften für Tausende Mietwohnungen unterschiedlich auf die anstehende Kostenexplosion.

Noch ist bei der aktuellen Hitze wenig davon zu spüren, doch die Gas- und Energiekrise sitzt vielen Mietern und auch Vermietern im Nacken. Denn die schon jetzt stark angestiegenen Preise könnten im Herbst und Winter durch einen möglichen Gasmangel weiter in die Höhe getrieben werden.

Deutschlands größter Wohnungsvermieter, der Immobilienkonzern Vonovia, hat bereits reagiert und angekündigt für knapp 250.000 Wohnungen, die mit Gaszentralheizungen beheizt werden, eine Nachtabsenkung der Heizungstemperatur zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorzunehmen.

Woge bot Anpassung der Vorauszahlung an

Auch im Saarland treibt die Wohnungsgesellschaften das Thema Energiepreise um. Die größte von ihnen, die Woge Saar, plant für ihre mehr als 5000 Wohnungen allerdings keine Maßnahmen dieser Art.

Man habe den Mieterinnen und Mietern bereits im März in einem Schreiben angeboten, eine Anpassung der monatlichen Betriebs- und Heizkostenvorauszahlungen vornehmen zu lassen. Dadurch könnten eventuell hohe Nachzahlungen bei der Nebenkostenabrechnung 2022 vermieden werden, teilte die Woge auf SR-Anfrage mit. Von einem entsprechenden Beratungsangebot hätten bisher bereits „zahlreiche Mieterinnen und Mieter Gebrauch gemacht“.

Heizkostenexplosion: Die Pläne der Wohnungsgesellschaften
Audio [SR 3, Moderation: Dorothee Scharner, 29.07.2022, Länge: 03:55 Min.]
Heizkostenexplosion: Die Pläne der Wohnungsgesellschaften

GSG: "Es wird teuer"

Auch die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft in Neunkirchen (GSG) rechnet mit erheblichen Kostensteigerungen. „Es wird teuer bis mindestens Winter 23/24. Für uns als Vermieter wird es teuer, auch für die Mieter. Darauf werden wir uns einstellen müssen“, sagte GSG-Geschäftsführer Guido Esseln.

Sollten die Preise in der anstehenden Heizperiode weiter steigen oder sogar das Gas knapp werden, könnten die Vorauszahlungen der GSG erhöht werden - zumindest für etwa 60 Prozent der rund 2000 Wohnungen, die Heizung und Warmwasser aus einer zentralen Heizungsanlage beziehen.

In Wohnungen, die mit dezentralen Anlagen wie Gas-Etagenheizungen, Gasöfen oder Gas-Durchlauferhitzer ausgestattet seien, hätten die Mieter eigene Verträge mit dem Energieversorger. In diesen Fällen würden die Energieversorger selbst Kontakt mit den Mietern aufnehmen.

Nachtabsenkung wird geprüft

Derzeit sei die technische Abteilung der GSG zudem dabei, einen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, um Energie einzusparen. So werde derzeit „das Abschalten der Heizwärmeerzeuger im Sommer“ ebenso geprüft wie Nachtabsenkungen von Heizungen. Alle Maßnahmen, die künftig ergriffen werden, werden laut GSG „in Einklang mit dem Mietrecht stehen“.

Gleichzeitig weist GSG-Geschäftsführer Esseln auf einen Negativ-Aspekt hin, der mit Appellen zum Energiesparen einhergehen könnte. "Was passiert, wenn im Winter die Mieter nicht mehr alle Räume ausreichend beheizen? Dann könnten wir eine Schimmelproblematik bekommen," Man werde die Mieter darüber rechtzeitig informieren und für das Thema „Richtig Heizen und Lüften" sensibilisieren.

Anpassung bei GBS-Wohnungen

Bereits eine Anpassung der Vorauszahlungen für Heizungswärme vorgenommen hat die Gemeinnützige Bau- und Siedlungs GmbH in Saarlouis. Die GBS verwaltet rund 920 Wohneinheiten. „Sollte es zu weiteren deutlichen Kostensteigerungen kommen, werden wir unseren Mietern eine weitere Anpassung empfehlen und mit ihnen vereinbaren“ teilte GBS-Geschäftsführer Knut Kempeni mit.

Heizzeiten bzw. -temperaturen würden „nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten“ angepasst. Die Mieterinnen und Mieter hätten es zudem selbst in der Hand, „durch Reduzierung der Wärme und Verzicht auf Standby und unnötig eingeschaltete Beleuchtung und Elektrogeräte“ Kosten zu sparen, sagte Kempeni.


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