Migranten vor dem Schild einer Arbeitsagentur (Foto: dpa)

Schlechtere Job-Chancen durch Wohnsitzauflage

  21.01.2020 | 12:48 Uhr

Geflüchtete, die regional an einen Wohnort gebunden sind, haben auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen. Laut einer aktuellen Studie sinkt für sie die Wahrscheinlichkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um rund sechs Prozentpunkte.

Ziel der Wohnsitzauflage war es ursprünglich die Versorgung mit Wohnraum, den Erwerb von Sprachkenntnissen und die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zu fördern.

Tatsächlich sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit nachzugehen für Geflüchtete mit einer regionalen Wohnsitzauflage hingegen um rund sechs Prozentpunkte. "Die bisherigen Ergebnisse sprechen nicht dafür, dass das Ziel des Gesetzes, die Intergrationschancen von Geflüchteten durch die Einführung der Wohnsitzauflagen zu verbessern, tatsächlich erreicht wurden", heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Zudem verhindern die Umzugsverbote oft den Auszug aus einer Gemeinschaftsunterkunft in eine private Wohnung. Einen Einfluss auf das Niveau der deutschen Sprachkenntnisse oder die Teilnahme an Integrationskursen konnten die Forscher hingegen nicht nachweisen.

Wohnsitzauflage seit 2016

Mit dem Integrationsgesetz wurde 2016 in Deutschland auch die Wohnsitzauflage für Geflüchtete mit anerkanntem Schutzstatus eingeführt. Dadurch sind Wohnsitzwechsel über Bundesländergrenzen hinweg nur eingeschränkt möglich.

Zudem haben die Bundesländer die Möglichkeit, auch Wohnsitzauflagen zu verhängen, die für einen bestimmten Kreis, eine kreisfreie Stadt oder eine Gemeinde gelten. Diese regionale Wohnsitzauflage setzen neben dem Saarland bislang Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt um. Für die Studie wurden insgesamt 8000 Geflüchtete befragt.

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