Auswirkungen des Entzugs der Excellenz-Förderung (Foto: SR)

Politik berät über Aus für Exzellenzcluster

Carolin Dylla   22.11.2018 | 19:12 Uhr

Als vor wenigen Wochen die Entscheidung fiel, dass die Informatik an der Saar-Uni keine zusätzliche Anerkennung mehr als sogenannter Exzellenzcluster erhält, war die Enttäuschung groß. Der Wissenschaftsausschuss des Landtags hat sich am Donnerstag in seiner Sitzung mit diesem Verlust beschäftigt. Offenbar habe das Gesamtkonzept der Bewerbung die Exzellenzkommission am Ende nicht überzeugt.

Sieben Seiten lang ist die Begründung der Exzellenzkommission – sechseinhalb davon seien voll des Lobes für das Projekt der Saarbrücker Informatik, sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses, Sebastian Thul (SPD). An der Exzellenz der Forschung gebe es also keinen Zweifel. Letzten Endes habe das Gesamtkonzept wohl aber nicht überzeugt. Die Wissenschaftsbeauftragte des Landes, Susanne Reichrath, wird etwas konkreter: In der Projektskizze sei der Mehrwert der Forschung offenbar nicht deutlich genug zu erkennen gewesen. Reichrath betonte auf Nachfrage, dass die Entscheidung nicht politisch motiviert gewesen sei.

Ersatz durch andere Förderprogramme

Sechs Millionen Euro pro Jahr erhielt die Uni aus der Exzellenzinitiative – Geld, das jetzt wegfällt. Laut Thul will das Land seinen Anteil an der Finanzierung des Clusters aufrechterhalten, derzeit rund zwei Millionen Euro. Der Rest könnte dann durch andere Förderprogramme des Bundes oder der EU eingeworben werden, so Reichrath. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Barbara Spaniol, forderte, die Uni stärker an den 15 Millionen Euro zu beteiligen, die ab 2020 zusätzlich vom Land an Uni und htw fließen sollen – und dafür den geplanten Verteilungsschlüssel zwischen beiden Hochschulen zu ändern.

Uni-Präsident Manfred Schmitt wollte sich nach der Ausschuss-Sitzung heute nicht mehr äußern. Aus Sicht der Uni sei zu dem Thema vorerst alles gesagt.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 22.11.2018 berichtet.

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