Zwei Männer sitzen bei gutem Wetter in einem Biergarten. (Foto: picture alliance/dpa | Tom Weller)

Wissenschaftler sollen Saarland-Modell begleiten

  05.04.2021 | 12:02 Uhr

Wissenschaftler der saarländischen Hochschulen und die Landesdatenstelle sollen das Saarland-Modell begleiten. Das kündigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in einem Interview mit dem ZDF an.

Die saarländische Landesregierung stehe bezüglich des sogenannten Monitorings, der Beobachtung des Modells, in engem Kontakt mit den saarländischen Hochschulen und der Landesdatenstelle. Es müsse klar nachgewiesen werden, wie sich das Testen und schrittweise Öffnen auf die Entwicklung der Pandemie auswirke, so Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gegenüber dem ZDF.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte die Einführung von Modellprojekten während der dritten Corona-Infektionswelle in den vergangenen Tagen kritisiert und diese mit dem Wettbewerb "Jugend forscht" verglichen. Er forderte stattdessen das Ziehen einer Corona-Notbremse. Auch einige Wissenschaftler äußerten bereits Bedenken hinsichtlich des Zeitpunkts und der Größe des Saarland-Modells.

Hans gegen Einmischung des Bundes

Ein bundesweit gültiges Corona-Gesetz, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt erwogen hatte und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgeschlagen hat, lehnt Hans weiterhin ab. Man könne nicht zentral aus Berlin für die ganze Republik entscheiden, so der Ministerpräsident. Ausgangsbeschränkungen auf einzelne Landkreise, wie sie bereits in anderen Bundesländern gelten, seien im Saarland aufgrund seiner kleinräumlichen Strukturen "Makulatur".

Derzeit liege die Inzidenz im Saarland unter dem Bundesschnitt. Deswegen könnten Lockerungen, die in vielen Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz bereits zugesagt worden seien, den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr verwehrt werden, argumentierte Hans. Es brauche weiterhin ein regionales Vorgehen in der Corona-Pandemie.

Laschet für "Brücken-Lockdown"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet sprach sich angesichts der dritten Corona-Welle hingegen für einen harten und kurzen Lockdown im April aus. Laschet begründete seinen Vorstoß unter anderem mit der steigenden Zahl von Corona-Intensivpatienten. Diese erhöhte sich bis Ostermontag auf mehr als 4100.

Laschet schlug mehr Homeoffice, aber auch Ausgangsbeschränkungen am Abend vor. Mit einem solchen "Brücken-Lockdown" könne ein niedrigeres Niveau erreicht werden, das dann durch Testungen gehalten werden könne, bis mehr Menschen geimpft seien. Laschet forderte zudem ein Vorziehen der für kommenden Montag geplanten Bund-Länder-Runde auf diese Woche.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 05.04.2021 berichtet.

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