Ein Mann befüllt sein Auto mit Erdgas (Foto: dpa)

Wissenschaftler plädieren für alternative Kraftstoffe

  10.02.2021 | 16:38 Uhr

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel plädieren mehr als 60 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für ein Umdenken in der Verkehrs-Klimapolitik. Statt vor allem auf E-Mobilität zu setzen, sollten verstärkt alternative Kraftstoffe zum Einsatz kommen. Nur so sei es möglich, die CO2-Klimaschutzziele einzuhalten.

Wissenschaftler verfassen offenen Brief wegen Verkehrspolitik
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi / Prof. Dr. Matthias Brunner, 10.02.2021, Länge: 04:21 Min.]
Wissenschaftler verfassen offenen Brief wegen Verkehrspolitik

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisieren in ihrem offenen Brief unter anderem, dass nicht die gesamte CO2-Emissionskette von der Produktion bis zum Ausstoß berücksichtigt werde. Im Gegensatz zur E-Mobilität, bei der für die Produktion der Batterie CO2 und seltene Erden verbraucht würden, gebe es alternative Kraftstoffe, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt wurden, sagt Prof. Dr. Matthias Brunner von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken im SR-Interview. Er gehört zu den mehr als 60 Unterzeichnern des offenen Briefes.

Es sei jetzt an der Zeit "die Alarmglocke zu läuten", weil die Bundesregierung derzeit die Weichen für die entsprechenden Klimaschutzgesetze stelle. Es gehe nicht darum die Bundesregierung anzuprangern, heißt es von Seiten der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, sondern darum Beratung anzubieten.

"Die E-Mobilität wird uns nicht retten"

Brunner wünscht sich, dass in Zukunft alternative Kraftstoffe genauso bewertet werden, wie die E-Mobilität. Dazu gehören unter anderem Kraftstoffe aus Abfallstoffen oder auch aus regenerativer Energie. Auch an der HTW wird zu alternativen Kraftstoffen geforscht.

"Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem wir erneuerbare Energie nutzen und CO2 umwandeln in erneuerbares Erdgas. Das kann fossiles Erdgas ersetzen", erläutert Brunner. Außerdem könne durch das Verfahren erneuerbare Energie gespeichert und transportiert werden. Um erste Erfahrungen mit BioEnergyStorage in der Industrie zu sammeln, wird das System in einer Anlage der Karlsberg Brauerei getestet.

"Die E-Mobilität wird uns nicht retten", ist sich der Wissenschaftler hingegen sicher. Sie werde sich frühestens in zehn bis 15 Jahren rechnen und damit zu spät, um die Klimaziele erreichen zu können.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Region am Nachmittag am 10.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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