Mitarbeiter montieren Kotflügel an einen Auto (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

Saar-Wirtschaft mit schwächstem Wachstum bundesweit

Thomas Braun / mit Informationen von Karin Mayer   29.03.2019 | 13:58 Uhr

Das Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes ist im vergangenen Jahr real um 0,8 Prozent gesunken. Das Saarland ist damit das einzige Bundesland mit einem Minus beim Wirtschaftswachstum. Wirtschaftsministerin Rehlinger spricht von einer riesigen Herausforderung und fordert Unterstützung des Bundes.

Das saarländische Bruttoinlandsprodukt lag im vergangenen Jahr nach ersten Berechnungen bei rund 36 Milliarden Euro. Das ist zwar etwas mehr als ein Jahr zuvor, bereinigt um die allgemeine Preisentwicklung ergibt sich allerdings der Rückgang um 0,8 Prozent.

Alle anderen Bundesländer legen zu

Karl Schneider vom Statistischen Amt Saarland sagte dem SR, Grund dafür sei unter anderem der verzögerte Modellstart beim Ford-Focus im vergangenen Jahr. Auch der Brexit und die damit verbundene Unsicherheit sowie die Diesel-Krise könnten eine Rolle spielen. Wegen der traditionell hohen Industriedichte, gepaart mit der hohen Exportabhängigkeit des Saarlandes, fallen Sondereinflüsse laut Statistischem Amt hierzulande stärker ins Gewicht.

Insgesamt ist die Konjunktur ungünstiger verlaufen als in allen anderen Bundesländern. Bundesweit ist die Wirtschaft um 1,4 Prozent gewachsen, in Rheinland-Pfalz um 1,7 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es in Berlin mit einem realen Wachstum von 3,1 Prozent.

Rehlinger fordert Unterstützung des Bundes

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte, die Zahlen seien "nicht schönzureden". Das Saarland stehe vor einer riesigen Herausforderung, die alleine auch nicht zu bewältigen sei. "Die Folgen des Brexits, aber auch des tiefgreifenden Strukturwandels in der Auto-Industrie kann kein Bundesland alleine abfangen", so Rehlinger. "Die Bundesregierung muss endlich eine sehr konkrete Industriestrategie auflegen und den exportorientierten Zweigen unter die Arme greifen."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 29.03.2019 berichtet.

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