IHK Saarland (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

IHK erwartet vier Prozent Wachstum im Saarland

Mit Informationen von Yvonne Schleinhege   30.07.2021 | 14:27 Uhr

Nach dem Corona-Einbruch 2020 könnte die Saar-Wirtschaft dieses Jahr um rund vier Prozent wachsen. Davon geht die IHK aus. Damit läge das Saarland beim Wirtschaftswachstum über dem Bundesschnitt.

Die Zahlen überraschen nicht, denn der Export läuft. Die Industrie als Rückgrat der Saar-Wirtschaft verzeichnet bei den Umsätzen und Auftragseingängen ein deutliches Plus. Deshalb geht die Industrie- und Handelskammer (IHK) in ihrer am Freitag vorgestellten Wachstumsprognose von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von gut vier Prozent aus. Das Saarland läge damit leicht über den von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für den Bund prognostizierten 3,3 Prozent.

Mehr privater Konsum

IHK erwartet für 2021 Wachstum von rund vier Prozent
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 30.07.2021, Länge: 00:47 Min.]
IHK erwartet für 2021 Wachstum von rund vier Prozent

Positiv auch: Nach dem Lockdown wird auch wieder mehr privat konsumiert. Die IHK rechnet damit, dass sich etwa 500 bis 800 Millionen Euro an Kaufkraft in den privaten Haushalten aufgestaut haben, die nun ausgegeben werden wollen. Auch deshalb müsste ein erneuter Lockdown unbedingt verhindert werden, so IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé.

Trotz der insgesamt erfreulichen Prognose wird die Saar-Wirtschaft das Vorkrisenniveau dieses Jahr noch nicht erreichen. Auch ein stärkeres Wachstum als der Bund ist nur eine Momentaufnahme, denn seit Jahren klafft eine deutliche Lücke zwischen der Wirtschaftsentwicklung im Bund und im Saarland. Für das kommende Jahr erwartet die IHK ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent. Damit würde das Saarland wieder unter dem Bund liegen.

Forderungen an die Politik

Deshalb fordert die IHK eine Investitionsoffensive. Der Sanierungsstau in weiten Teilen der Infrastruktur etwa müsse abgebaut, die Digitalisierung der Verwaltung vorangetrieben werden. Gleichzeitig müssten die Standortkosten gesenkt werden, allen voran die Gewerbesteuern.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 30.07.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja