Windradbau in Klarenthal (Foto: SR)

Windräder in Klarenthal kurz vor Fertigstellung

Bettina Rau / Onlinefassung: Kasia Hummel   28.11.2022 | 21:01 Uhr

Eine Bürgerinitiative und französische Gemeinden laufen seit Jahren Sturm gegen die beiden Windräder in Klarenthal - doch es hat alles nichts geholfen. Die Baustelle läuft derzeit auf Hochtouren. Bald soll hier eines der höchsten Windräder der Welt stehen.

Insgesamt zwei Windräder sollen schon bald in Klarenthal stehen: eines 229 Meter hoch, das andere 246 Meter – und damit eines der höchsten der Welt. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten beendet sein.

Das Gelände hat das Evangelische Stift Sankt Arnual an die Firma Dunoair verpachtet. Der ehemalige Pfarrer Kiderle betont, dass man bei der Energiewende mithelfen wolle. Die Pacht bringt natürlich auch Geld.

Video [aktueller bericht, 28.11.2022, Länge: 3:25 Min.]
Windrad-Bau in Klarenthal läuft auf Hochtouren

„Leider hat sich durch den Krieg mit der Ukraine gezeigt, dass wir nicht nur grüne Energie brauchen, sondern überhaupt Energie. Und mit dieser Energie von diesen Windrädern können wir Klarenthal und auch Petite Rosselle versorgen“, so Rolf Kiderle, Vorsitzender des Verwaltungsrates.

Französischer Bürgermeister befürchtet Eiswurf

Der Bürgermeister von Petite Rosselle, Eric Federspiel, befürchtet hingegen, dass im Winter Eis von den Windrädern auf die Straße von Petite Rosselle nach Forbach fällt. Er hat mit Gemeinden wie Schoeneck versucht, das Vorhaben zu verhindern: vergeblich. Man fürchtet hier nicht nur Eis, sondern auch Lärm und vor allem Schatten durch die Windräder.

BI hält Standort für ungeeignet

Auch eine grenzübergreifende Bürgerinitiative hat jahrelang gegen die Windräder gekämpft, ebenfalls ohne Erfolg. Man habe nichts gegen erneuerbare Energien, doch der Standort sei ungeeignet. Die Windräder würden an der Stelle viel zu wenig Energie einbringen.

Außerdem kritisiert die BI, dass viele Bäume gefällt wurden. „Es gab hier 200 Jahre alten Buchen, die leider gefallen sind“, erklärt Doris Doepke. Altholzbestand sei ökologisch deshalb wertvoll, weil er Lebensraum für sehr, sehr viele Tiere biete. So seien hier unter anderem Uhus entdeckt worden.

Aufgeben will die Bürgerinitiative auch jetzt noch nicht. Sie beobachtet, was an der Baustelle vor sich geht. Man sorgt sich vor allem um den Wald.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 28.11.2022 berichtet.

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