Labor eines Gesundheitsamtes (Foto: Imago Images/Arnulf Hettrich)

Wie arbeiten eigentlich Gesundheitsämter?

Steffi Schlutter / Online-Fassung: David Differdange   05.05.2020 | 21:40 Uhr

Die Gesundheitsämter übernehmen in der Corona-Krise eine wichtige Rolle, schließlich laufen hier die Daten der Pandemie zusammen. Doch wie genau sieht der Arbeitsalltag in einem Gesundheitsamt während der Corona-Krise aus?

Im Gesundheitsamt des Regionalverbandes sind derzeit 80 Mitarbeiter auf drei Etagen mit dem Corona-Fallmanagement beschäftigt. Alle Angaben aus Labors, Arztpraxen und Krankenhäusern landen hier und werden nach Verdachts-, bereits bekannten und neuen Fällen sortiert.

Die aktuellen Zahlen werden täglich anonymisiert an das Gesundheitsministerium und von dort an das Robert Koch-Institut übermittelt.

Aufrüstung bei Personal und Technik

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden alle Fälle und Kontaktpersonen in Excel-Dokumenten gesammelt. Jetzt, wo die Infektionszahlen nicht mehr so stark steigen, habe man im Regionalverband ein eigenes Datenverarbeitungssystem programmiert, sagt Alexander Birk, Leiter Gesundheitsamt Regionalverband Saarbrücken.

Im Landkreis Merzig-Wadern wurde wegen des Coronavirus die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt, von 30 auf aktuell 40. Auch Schulsozialarbeiter werden eingesetzt. Weil die Fallzahlen niedriger sind, als etwa im Regionalverband, werden im Landkreis alle Corona-Patienten und alle Kontaktpersonen in Quarantäne täglich angerufen.

Überprüfung der Genesung am Telefon

Ob die Covid-19-Patienten als "genesen" eingestuft werden und die Quarantäne aufgehoben wird, entscheidet sich am Telefon. Die Betroffenen werden gefragt, ob sie symptomfrei sind.

"Wir versuchen die Leute in ein längeres Gespräch zu verwickeln und können dann ganz gut abschätzen, ist noch Husten da, ist die Stimme klar, ist die Atmung normal", sagt Ulrike Schiedermaier aus dem Regionalverband. Einen abschließenden Test gibt es nur für Mitarbeiter im Gesundheitswesen.

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