Hendrik Eitel (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Wie das Saarland Corona-Hotspots bekämpfen will

das Interview führte Gerd Heger   14.07.2020 | 15:50 Uhr

Das Beispiel Gütersloh hat es gezeigt: Nach einem Coronaausbruch war plötzlich ein ganzer Landkreis im Shutdown. Ein Beispiel, das künftig Schule machen könnte? Wie kann Corona regional bekämpft werden? Wie das Saarland sich auf ein solches Szenario vorbereitet, erklärt Henrik Eitel, Chef der saarländischen Staatskanzlei.

SR: Herr Eitel, wenn jetzt morgen im Saarpfalz-Kreis die kritische Marke an Neuinfektionen überschritten würde - würde die Landesregierung Homburg und Umgebung abriegeln?

Henrik Eitel: Zunächst würden die Gesundheitsbehörden vor Ort aktiv werden und die Situation bewerten - natürlich in Absprache mit dem Gesundheitsministerium. Bei einem massiven Ausbruchsgeschehen könnte auch der Bund unterstützen.

SR: Wie kann man gezielt auf solche Ausbrüche reagieren? Hat die saarländische Landesregierung genaue Pläne, wie es im Saarland aussehen könnte?

Wenn es plötzlich einen neuen Corona-Hotspot gibt...
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 14.07.2020, Länge: 03:09 Min.]
Wenn es plötzlich einen neuen Corona-Hotspot gibt...

Eitel: Wenn mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auftreten, dann geht man davon aus, dass ein erhöhtes Pandemiegeschehen aktiv ist, man möglicherweise einen Hotspot hat. Dann kommt es darauf an, ob das Infektionsgeschehen begrenzt ist, z.B. in einem Krankenhaus oder einem Altenheim. Oder ob man ein diffuses Bild hat, was problematischer wäre.

Im ersten Fall kann man mit gezielter Kontaktnachverfolgung versuchen, diese Infektionsketten zu durchbrechen. In Zukunft wollen wir noch intensiver, noch schneller mit noch mehr Kräften versuchen, die Nachverfolgung so schnell es geht herzustellen, um so diesen Hotspot einzugrenzen. Wenn man aber eine diffuse Infektionslage hat, dann muss man nochmal überlegen, ob man Teilmaßnahmen eines Lockdowns ergreift.

SR: Wie schnell kann man für einen Kreis oder eine Stadt bei uns hier die Maßnahmen wieder hochfahren?

Eitel: Wir sind im Moment dabei wieder eine Teststation einzurichten. Das passiert in Absprache mit der Bundeswehr. Wir wollen generell mehr testen, um zu verhindern, dass es ein diffuses Infektionsgeschehen gibt. Die neue Station kommt nochmal nach Saarbrücken aufs Messegelände. Außerdem sind weitere Testpunkte in Überlegung.

Ein Thema in der Region am Nachmittag auf SR 3 Saarlandwelle am 14.07.2020.

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