Symbolbild Zwangsversteigerung, Haus unter dem Hammer (Foto: Imago/imageBROKER/Jiri Hubatka)

Weniger Zwangsversteigerungen im Saarland

  07.08.2022 | 08:41 Uhr

Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist seit Jahren rückläufig, auch im Saarland. Dieser Trend geht auch dieses Jahr weiter. Aufgrund der aktuellen Preis- und Zinsentwicklung erwarten Experten aber bald wieder einen Anstieg.

Die gute Konjunktur, niedrige Zinsen und eine generell hohe Nachfrage nach Immobilien in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass es immer weniger Zwangsversteigerungen gab. Auch im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Deutschland erneut weniger Immobilien zwangsversteigert.

Laut einer Erhebung des Wirtschaftsverlags Argetra wurden Verfahren für 6248 Objekte eröffnet. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 6432 Häuser, Wohnungen und Grundstücke.

Viele Termine pro Einwohner

Dieser Trend zeigt sich auch im Saarland. Laut Argetra gab es im ersten Halbjahr 2021 noch 149 Termine zur Zwangsversteigerung, 2022 waren es 137. Das entspricht einem geringfügigen Rückgang um 1,7 Prozent. Der Verlag erhebt regelmäßig die Daten zu Zwangsversteigerungen und analysiert dafür die Informationen der knapp 500 Amtsgerichte bundesweit.

Betrachtet man die Zahlen allerdings in Beziehung zur Einwohnerzahl, fällt die Bilanz für das Saarland weniger gut aus. Bei der Anzahl der Termine bezogen auf 100.000 Haushalte landet das Saarland zusammen mit Sachsen-Anhalt auf Platz drei (mit 28 Terminen). Nur in Thüringen kamen mit 29 Terminen noch mehr Objekte unter den Hammer.

Experten erwarten künftigen Anstieg

Die seit Jahren rückläufige Entwicklung bei den Zwangsversteigerungen wird sich voraussichtlich nicht fortsetzen. Die Argetra-Experten erwarten, dass bald mehr Menschen Immobilien zwangsversteigern müssen.

„Eine schwache Konjunktur, sinkende Kaufkraft und hohe Inflation mit insbesondere stark steigenden Energie- und Mietpreisen werden im laufenden Jahr zu einem deutlichen Anstieg von Privatinsolvenzen führen“, teilt der Verlag mit.

Die Zahl der Zwangsversteigerungen könnte in Folge im kommenden Jahr wachsen, da die Bearbeitungszeiten lang seien und sich die schwache Wirtschaft erst verzögert auswirke. Dazu kämen höhere Zinsen.

Viele Menschen schafften es nicht mehr, ihren kompletten Immobilienkredit zur vereinbarten Zinsbindung in der Vertragslaufzeit abzubezahlen. „Die Anschlussfinanzierung durch einen neuen Kredit wird dann deutlich teurer.“

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja