Mitarbeiter eines Umzugsunternehmens entladen Kisten und Möbel. (Foto: Imago/Panthermedia)

Weniger Saarländer ziehen in ein anderes Bundesland um

Daniel Dresen   15.08.2021 | 09:19 Uhr

Im Jahr 2020 haben weniger Menschen das Saarland in Richtung eines anderen Bundeslandes verlassen als noch im Vorjahr. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung führt diese Entwicklung auf die Corona-Pandemie zurück.

Im Jahr 2020 sind 11.972 Personen aus dem Saarland fortgezogen. Das waren laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung gut zehn Prozent weniger als 2019. "Die Zahlen deuten darauf hin, dass es infolge der Pandemie zu einem Rückgang der Umzüge aufgrund von Studium, Berufseinstig oder Arbeitsplatzwechsel kam", vermutet Institutsmitarbeiter Nico Stawarz. Eine unsichere wirtschaftliche Perspektive und die Zurückhaltung bei Neueinstellungen dürften zu dem Rückgang der Umzüge beigetragen haben. Bundesweit ist die Zahl der Umzüge um etwa sechs Prozent zurückgegangen.

Die meisten Menschen aus dem Saarland sind nach Rheinland-Pfalz gezogen (4544), die wenigsten nach Bremen (70). Deutlich weniger Saarländer sind 2020 nach Berlin gezogen als noch im Vorjahr (-26,12 Prozent). Dafür hat Thüringen als Umzugsziel offensichtlich an Attraktivität gewonnen (+22,12 Prozent).

Rückgang an Zuzügen ins Saarland

Auch die Zahl der Umzüge ins Saarland hat im Zeitraum 2019 - 2020 abgenommen. 11.583 Personen waren es im Jahr 2020 und damit gut vier Prozent weniger als noch 2019.

Die meisten Zuzüge verzeichnete das Saarland im Jahr 2020 aus Rheinland-Pfalz (4636), die wenigsten aus Bremen (63). Den deutlichsten Rückgang gab es bei den Zuzügen aus Brandenburg (-36,28 Prozent). Stattdessen haben die Zuzüge aus Sachsen-Anhalt ins Saarland deutlich zugenommen (+32,17 Prozent).

Auswirkungen auf Speditionen gering

Den Rückgang im Jahr 2020 scheint der an Umzügen verdienende Geschäftszweig im Saarland dennoch gut verkraftet zu haben. Die Corona-Krise sei zwar auch an den saarländischen Möbelspediteuren nicht spurlos vorübergegangen, teilt der Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland (LVS) auf SR-Anfrage mit, allerdings seien die Auswirkungen deutlich schwächer als in anderen Branchen.

Insbesondere im Frühjahr 2020 hätten einige Kunden Umzugstermine verschoben. Die Lage habe sich jedoch einige Monate später wieder weitestgehend normalisiert. Die saarländischen Möbelspediteure hätten während der Pandemie keine größeren Umsatzeinbrüche verzeichnet. Auch die aktuelle Umsatzlage bezeichnet der Landesverband als stabil.

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