Gebrauchtwagen (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert)

Gebrauchtwagenmarkt wie leergefegt

  21.03.2022 | 12:10 Uhr

Der Markt für Gebrauchtfahrzeuge im Saarland ist weiter auf Schrumpfkurs. Die Zahl der Halterwechsel ging im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um über sieben Prozent zurück. Schuld sind für den Saarländischen Kraftfahrzeug-Verband vor allem die Nachschub-Probleme bei Neuwagen.

In früheren Jahren war es im Saarland einfach, an gute Gebrauchtwagen heranzukommen. Selbst Sonderwünsche waren kein großes Problem. Das hat sich in den letzten zwei Jahren geändert, der Markt ist inzwischen weitgehend leergefegt.

6209 Fahrzeuge haben im Saarland im Februar den Besitzer gewechselt, ein Minus gegenüber dem Vorjahresmonat (6705 Fahrzeuge) um 7,4 Prozent. Mit dem Krieg gegen die Ukraine und den infolgedessen stark gestiegenen Spritpreisen hat das nach Einschätzung des Saarländischen Kraftfahrzeugverbandes allerdings nichts zu tun. Ob sich diese Krise noch im Gebrauchtwagenmarkt niederschlage, sei derzeit noch unklar, so Geschäftsführer Niklas Burmester.

"Die Nachfrage ist groß, das Angebot gering"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Axel Wagner, 22.03.2022, Länge: 02:45 Min.]
"Die Nachfrage ist groß, das Angebot gering"

Halbleitermangel schlägt durch

Er sieht vielmehr die anhaltenden Lieferprobleme im Neuwagen-Segment als Ursache, etwa die anhaltende Kurzarbeit bei Ford in Saarlouis wegen Halbleitermangels. Diese Lieferprobleme führten zu einem mangelnden Nachschub im Gebrauchtwagenmarkt. Privatfahrzeuge würden nicht mehr abgegeben, bestehende Leasingverträge verlängert.

Die verkauften Gebrauchtwagen verteilen sich auf die Antriebsarten wie folgt:

  • Benzin: 4003 Fahrzeuge (Vorjahr: 4361)
  • Diesel: 1876 Fahrzeuge (2126)
  • Strom (BEV): 45 Fahrzeuge (15)
  • Plug-in-Hybride: 41 Fahrzeuge (25)

Auswirkungen auf Preise unklar

Das bisherige Jahresergebnis sei negativ, teilte der Verband mit. 12.621 Pkw seien bislang umgeschrieben worden (Vorjahr: 13.317), ein Minus von 5,2 Prozent. Bundesweit gebe es drei Prozent Steigerungen.

Wie genau sich das fehlende Angebot auf die Preise für Gebrauchte auswirkt, wie stark die Preise also gestiegen sind, dazu liegen dem Verband nach den Worten von Geschäftsführer Burmester noch keine genauen Angaben vor. Die erwartet der Verband erst mit der Jahreserhebung.

Günstige Elektroautos

Dass die Gebrauchtwagenpreise weiter steigen dürften, scheint sicher. Schon seit zwei Jahren kennen sie nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) nur eine Richtung. Von 2019 auf 2020 legte der Preis für einen Gebrauchten im Durchschnitt um 18 Prozent zu. 2021 kamen noch einmal sieben Prozent drauf. Zahlte man 2019 im Schnitt noch 12.470 Euro für einen Gebrauchten, waren es 2021 schon 15.740 Euro.

Vergleichsweise günstig sind gebrauchte Elektroautos zu bekommen. Der Grund: Hier werden Neuwagen mit bis zu 9000 Euro stark subventioniert.

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