Weltall (Foto: dpa)

Luxemburg will in Weltraum-Bergbau einsteigen

Carina Dewes / dpa   03.06.2016 | 12:15 Uhr

Luxemburg plant Europas Nummer eins im milliardenschweren Zukunftsgeschäft des Weltraum-Bergbaus zu werden. Mit der Initiative "Space Resources" will das Land die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden klären. Außerdem sollen Forscher und Firmen ins Land gelockt werden, um dafür notwendige Technologien zu entwickeln.

Zwei wichtige Partner hat das Großherzogtum bereits ins Boot geholt: Die US-Unternehmen Deep Space Industries (DSI) und Planetary Resources haben gerade ihre Europa-Niederlassungen in Luxemburg eröffnet. Innerhalb von fünf Jahren will DSI eine erste Forschungssonde ins All schicken. Sie soll erkunden, wo es bestimmte Rohstoffe gibt. So finden sich auf vielen Asteroiden Edelmetalle wie etwa Platin oder die so genannten Seltenen Erden. Die werden zum Beispiel in Plasmabildschirmen, Generatoren für Windkraftanlagen oder Smartphones eingesetzt.

Luxemburg will die Rohstoffe allerdings nicht zur Erde transportieren, sondern direkt im All verwenden. So könnte die Raumfahrt günstiger werden. Beispielsweise hofft man auch, Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoff für Raumfahrzeuge zu gewinnen oder Astronauten mit auf Asteroiden gefundenem Wasser versorgen zu können. Die Frage, wem die Rohstoffe im All eigentlich gehören, ist noch nicht geklärt. Deshalb dringt Luxemburg darauf, mit einem internationalen Vertrag rechtliche Klarheit zu schaffen.

Die Regierung stößt das Projekt zunächst mit 200 Millionen Euro an. Begrenzt seien die Investitionen in den Weltraum-Bergbau aber nicht, sagte der luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider.

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