Ehrental im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken (Foto: Lisa Huth/SR)

Weltkriegsgedenken im Ehrental

Lisa Huth   11.11.2018 | 09:54 Uhr

Seit vielen Jahren lädt das französische Generalkonsulat zum 11. November ein. Das Gedenken an den 100. Jahrestag in diesem Jahr nahm Generalkonsulin Catherine Robinet zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass Präsident Macron dieses Jahr von Anfang an eine gemeinsame deutsch-französische Veranstaltung geplant hatte.

Für Saarländer sei das wahrscheinlich selbstverständlich. Bundesweit sei aber nicht das gleiche Verständnis vorhanden. Als sie vor vier Jahren als diplomatische Beraterin das Gedenken zum 100-jährigen Kriegsausbruch mit vorbereitet habe, hieß es in Berlin, der erste Weltkrieg sei vollständig vom zweiten überlagert worden. Darum hob sie die beispiellose Zusammenarbeit in der Grenzregion hervor, durch die es an diesem Wochenende hunderte Veranstaltungen gegeben habe.

"Erste Katastrophe des 20. Jahrhunderts"

Europastaatssekretär Roland Theis erinnerte als Vertreter der Landesregierung an die ersten Gefallenen und Verletzten der „ersten Katastrophe des 20. Jahrhunderts". Es sei der richtige Moment, an die europäische Idee zu erinnern. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass Europa 70 Jahre in Frieden lebe. Die Verantwortung heute sei, die Opfer des Hasses niemals zu vergessen.

Gedenken auf dem Ehrenfriedhof
Audio [SR 3, (c) SR, 11.11.2018, Länge: 02:49 Min.]
Gedenken auf dem Ehrenfriedhof

Geladen waren auch Vertreter der Bundeswehr, des französischen Militärs, Kriegsveteranenverbände, darunter der VdK und politische Persönlichkeiten wie die Vizepräsidentin des saarländischen Landtags, Isolde Ries. Schülerinnen und Schüler der école française de Sarrebruck et Dilling und des Deutsch-Französischen Gymnasiums trugen unter anderem die Europahymne und einen Text des Schriftstellers Alfred Döblin vor, den ein Schüler als „Europäer“ bezeichnete, „bevor es Europa gab".


Dossier

Der Erste Weltkrieg an der Saar
Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Er war der erste mit Hilfe der Industrie geführte Massenkrieg. Vor allem Saarbrücken litt unter ständigen Fliegerangriffen. Aber nicht nur das Kriegsgeschehen, sondern auch die Folgen nach dem Waffenstillstand trafen besonders das Saarland.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region" auf SR 3 Saarlandwelle vom 10.11.2018 berichtet.

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