Ein Antigenschnelltest und ein Impfpass liegen auf Boardingkarten. (Foto: IMAGO / Michael Weber)

Weitere Freiheiten für Geimpfte und Genesene im Saarland

  09.05.2021 | 17:32 Uhr

Für vollständig Geimpfte und von Corona genesene Personen gibt es seit Sonntag Erleichterungen. Deutschlandweit sind für beide Gruppen die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen weggefallen. Im Saarland waren sie unter anderem schon von der Testpflicht befreit worden.

Die von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Erleichterungen für vollständig Geimpfte und Genesene sind seit Sonntag auch im Saarland in Kraft. Dann können sich die beiden Gruppen wieder in unbegrenzter Personenzahl treffen. Zudem entfällt die Quarantänepflicht nach dem Kontakt zu Infizierten, ebenso wie die Ausgangsbeschränkungen.

Bei Treffen mit anderen Personen werden vollständig Geimpfte und Genesene außerdem nicht mitgezählt. Sie müssen zudem in Läden oder beim Friseur keinen negativen Corona-Test mehr vorzeigen.

Bundesrecht bricht Landesrecht

Letzteres gilt bereits seit vergangenem Montag im Saarland. Das Bundesrecht bricht, was bisher auf Landesebene im Saarland galt.

In welchen Landkreisen könnte es bald Lockerungen geben?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Kerstin Gallmeyer, 10.05.2021, Länge: 03:10 Min.]
In welchen Landkreisen könnte es bald Lockerungen geben?

Allerdings gelten auch für Genesene und Geimpfte weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und das Abstandsgebot.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte am Freitag, es sei wichtig, dass Einschränkungen der Grundrechte immer da, wo es verfassungsrechtlich geboten und nicht mehr verhältnismäßig sei, wieder zurückgenommen würden. Dabei gehe es aber noch nicht um eine vollständige Normalität. "So weit sind wir noch nicht in der Pandemie", so Hans.

Stichprobenartige Kontrollen

Überprüft werden sollen die Lockerungen durch stichprobenartige Kontrollen. Selbst wenn sich das schwierig gestalte, sei das keine Begründung, die Grundrechte für Geimpfte und Genesene nicht zurückzugeben, betonte Hans. Allerdings hoffe er auf eine baldige europäische Lösung in Form eines Impfnachweises.

Hans zeigte Verständnis dafür, wenn zum Beispiel Familien mit Kindern, die noch nicht geimpft werden konnten, die Situation als ungerecht empfänden.

Um dem entgegenzuwirken, wolle man das Impftempo weiter erhöhen. Dabei solle auch die Freigabe des Impfstoffs von AstraZeneca für alle helfen.


Laut Robert Koch-Institut ist nach derzeitigem Kenntnisstand das Risiko einer Übertragung des Coronavirus durch vollständig Geimpfte - also spätestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung - deutlich geringer als bei Infizierten ohne Symptome mit einem negativen Schnelltest. Für Genesene gelte Vergleichbares für einen Zeitraum von sechs Monaten nach einer überstandenen Infektion.

Bisher sind im Saarland rund zehn Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja