Unterricht in einer Grundschule (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Maskenpflicht fällt, Testpflicht bleibt an Saar-Schulen

Mit Informationen von Carolin Dylla   30.03.2022 | 15:03 Uhr

Nach dem 2. April muss in saarländischen Schulen keine Maske mehr getragen werden. Die Corona-Testpflicht bleibt jedoch bestehen. Auch an den Absonderungsregelungen ändert sich nichts.

Am 2. April läuft die Übergangsfrist des neuen Infektionsschutzgesetzes aus, die das Saarland wegen der hohen Corona-Infektionszahlen genutzt hat. Weil die Landesregierung die Hotspot-Option des Gesetzes aber nicht zieht, fällt die allgemeine Maskenpflicht in saarländischen Schulen weg. Das Bildungsministerium weist aber darauf hin, dass das freiwillige Tragen von Masken weiter möglich bleibt.

Corona-Regeln an den Schulen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.03.2022, Länge: 01:39 Min.]
Corona-Regeln an den Schulen

Die etablierte Testpflicht in den Schulen mit drei verpflichtenden Testungen pro Woche bleibt hingegen bestehen.

Keine Änderung bei Absonderungen

Auch die Regelungen der saarländischen Absonderungsverordnung gelten weiter. Fällt bei den schulischen Testungen ein Corona-Test positiv aus, muss demnach die jeweilige Klasse, Lern- oder Betreuungsgruppe sofort nach dem positiven Test wieder Maske tragen - auch im Freien. Außerdem werden in der Klasse/Gruppe ab dem folgenden Tag an acht aufeinanderfolgenden Schultagen Antigentests durchgeführt.

Sofern sich der positive Schnelltest im PCR-Test oder Schnelltest im Testzentrum nicht bestätigt, kann die entsprechende Person wieder in die Schule zurückkehren und für alle enden die Maskentragepflicht im Freien sowie die täglichen Testungen.

Das Ende der Masken-Pflicht in saarändischen Schulen
Audio [SR 3, Carolin Dylla (c) SR, 30.03.2022, Länge: 03:10 Min.]
Das Ende der Masken-Pflicht in saarändischen Schulen

Für die Beteiligung von schulfremden Personen an schulischen Veranstaltungen sowie den nicht nur kurzfristigen Aufenthalt schulfremder Personen auf dem Schulgelände gilt weiterhin die 3G-Regelung. Dies ist laut Ministerium in der Schulverordnung geregelt.

Lehrerverband kritisiert Wegfall

Auf wenig Begeisterung stößt das Ende der Maskenpflicht bei den Lehrern. Die Landesvorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), Lisa Brausch, nannte die Entscheidung „gefährlich“. Man frage sich, ob man das nicht zumindest bis nach den Osterferien hätte hinausschieben können.

Nach Einschätzung Brauschs dürfte es schwer werden, den Unterricht aufrecht zu erhalten. Schon jetzt sei es personell sehr eng, weil viele Lehrkräfte in Quarantäne seien. Laut Ministerium befinden sich derzeit 525 Lehrer und rund 3400 Schüler in Quarantäne. Brausch fürchtet, dass sich das noch verschärft, wenn ab Montag keine Maskenpflicht mehr gilt.

GEW befürchtet Anstieg der Fallzahlen

Kritik kommt auch von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"Die Inzidenzen im Saarland sind weiterhin extrem hoch, sodass die Maskenpflicht noch mindestens bis zu den Osterferien weitergeführt werden sollte. Erst dann sollte man die Lage neu bewerten,“ forderte die GEW-Landesvorsitzende Birgit Jenni.

Die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen werde den aktuellen Krankenstand weiter hochtreiben. Auch die Fallzahlen unter den Schülerinnen und Schülern werde nun voraussichtlich weiter steigen, so Jenni.

Keine Neuigkeiten gibt es unterdessen zum weiteren Vorgehen der Landesregierung in den Kindertagesstätten. Eine Antwort auf eine SR-Anfrage beim zuständigen Sozialministerium steht noch aus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.03.2022 berichtet.

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