Ein Mitarbeiter überwacht den Abstich des flüssigen Eisens (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Investitionen in Stahlindustrie gefordert

Karin Mayer   04.11.2019 | 21:40 Uhr

Die Stahlindustrie steht vor einem jahrzehntelangen Umbauprozess. Vor der Einführung von Wasserstofftechnologie will die Industrie auf Elektroöfen und auf Gas setzen. In den nächsten Jahren ist man dazu offenbar auf Atomstrom angewiesen.

Umstellung der Stahlindustrie
Audio [SR.de, (c) SR, 04.11.2019, Länge: 00:39 Min.]
Umstellung der Stahlindustrie

Um die Klimaschutzvorgaben der EU einzuhalten, müsse die Stahlindustrie den Weg der CO2-freieren Produktion gehen, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Saar Hanno Dornseifer dem SR. Die Umstellung auf Wasserstoff könne nur schrittweise gelingen.

Der Vorstandschef der Stahlholding Saar Tim Hartmann betonte, der Strombedarf der Stahlindustrie werde während der Umstellung steigen. Dafür werde CO2-freier Strom und ein stabiles Stromnetz gebraucht. Beides sei im Saarland durch die Nähe zu einem Großkraftwerk an der Grenze gegeben. Hartmann vermied es dabei, das Atomkraftwerk Cattenom wörtlich zu nennen.

Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro nötig

Die Stahlindustrie wolle ihre Produktion umstellen, sie haben einen Plan und ein Ziel, betonte Hartmann. Der Staat müsse diese Innovationen fördern, um die Unternehmen zu erhalten. Der Transformationsprozess in der Stahlindustrie könne dadurch zum entscheidenden Innovationsmotor in der Region werden. Im Saarland soll künftig die modernste Stahlindustrie der Welt stehen. Dafür sei ein Investitionsprogramm nötig, wie die Region es lange nicht gesehen habe. 

Die Stahlholding Saar erwartet, dass für die CO2-freiere Stahlproduktion Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro nötig sind. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Michael Fischer sagte dem SR, so viel Geld könne man nicht innerhalb von fünf Jahren ausgeben. Das Sparprogramm und der Stellenabbau sollten aber dazu beitragen, die Investitionen zu finanzieren. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass soziale Standards in den Unternehmen verloren gingen. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.11.2019 berichtet.

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