Ein mit der Aufschrift «Wasserstoff» gekennzeichnete Rohrleitung ist in der Brennstoffzelle eines Wasserstoff-Kraftwerks. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

Experten beraten über Wasserstoff-Zukunft

mit Informationen von Peter Sauer   29.06.2022 | 16:01 Uhr

Wasserstoff ist für viele Experten der entscheidende Baustein, um unsere Wirtschaft klimaneutral umzubauen. Wie das möglichst schnell gelingen kann, darüber haben Experten am Mittwoch beim ersten Wasserstoffkongress der Großregion im Saarbrücker Schloss diskutiert.

Das Zauberwort lautet Dekarbonisierung – also Reduzierung von Kohlendioxidemissionen durch Wasserstoff. Beim Wasserstoffkongress im Saarbrücker Schloss diskutieren Industrie, Verbände, Wissenschaft und Politik aus dem SaarLorLux-Raum, wie der Wandel zur Wasserstoffwirtschaft gelingen kann. Entscheidend wird dafür ein europaweites Verteilernetz sein.

Zusammenarbeit als Gesamtregion gefordert

Man müsse sich als Gesamtregion auf der europäischen Wasserstoffinfrastrukturkarte positionieren, betonte der Energieminister Luxemburgs, Claude Turmes. Luxemburg allein sei zu klein, das Saarland und Lothringen auch.

"Wenn wir unsere Potenziale zusammentun und zusammen agieren, auch auf europäischer Ebene, dann können wir sogar zu einer Kreuzung werden, von den zukünftigen europäischen Wasserstoffpipelines", sagte Turmes.

Rehlinger will Saarland konkurrenzfähig machen

Experten schätzen, dass ein EU-weites Wasserstoffnetz eine Gesamtlänge von rund 28.000 Kilometern haben könnte. Damit die Wasserstoffwirtschaft Schwung aufnehmen kann, muss die EU-Kommission aber zuvor noch wettbewerbsrechtliche Fragen klären. Das soll wohl nach der Sommerpause geschehen.

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) kündigte auf dem Kongress an, die Wasserstoffnutzung voranzubringen. Sie wolle mit Frankreich Gespräche über Wasserstoff-Pipelines in den Süden Europas führen. Ziel sei es, die saarländische Stahlindustrie mit sogenanntem "grünen Wasserstoff" konkurrenzfähig zu machen.

Experten treffen sich zu Wasserstoffkongress in Saarbrücken
Audio [SR 3, Peter Sauer, 29.06.2022, Länge: 04:14 Min.]
Experten treffen sich zu Wasserstoffkongress in Saarbrücken

Pläne für überregionale Wasserstoffwirtschaft

Unternehmen aus den Grenzregionen und saarländische Firmen wie Steag, Netzbetreiber Creos oder Bosch zeigen im Rahmen der Aktionswoche erste Anwendungsbeispiele und stellen Pläne für eine überregionale Wasserstoffwirtschaft vor.

Mithilfe des Wasserstoffs sollen vor allem in der Industrie – beispielsweise bei der Stahlproduktion – zunehmend Kohlenstoffe ersetzt werden, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.

Produktion von "grünem" Stahl
Saarländische Stahlbranche will Milliarden investieren
Die Unternehmen Saarstahl und Dillinger planen Investitionen in Milliardenhöhe in die Produktion von so genanntem grünen Stahl. Am Donnerstag wurde ein gemeinsamer Fahrplan zur Transformation der Stahlindustrie beschlossen. Vorstandsvorsitzender Köhler spricht vom "wichtigsten Projekt in der Geschichte der saarländischen Stahlindustrie".

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 29.06.2022.

Mehr zum Thema:

Aktionen, Diskussionen und Voträge geplant
"Woche des Wasserstoffs" startet im Saarland
Seit Samstag und noch bis zum 3.Juli gibt es saarlandweit Aktionen, Diskussionen und Infomärkte rund um das Thema Wasserstoff. Mit der Aktionswoche will das saarländische Wirtschaftsministerium über das wirtschaftliche Potenzial und die Bedeutung von Wasserstoff für den Arbeitsmarkt informieren.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja