Zapf-Ventil von einer Wasserstoff-Tankstelle (Foto: picture alliance/Ole Spata/dpa)

Probleme bei erster Wasserstoff-Tankstelle

Kai Forst   05.10.2019 | 08:30 Uhr

Der Bau der ersten saarländischen Wasserstoff-Tankstelle verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Grund sind nach Angaben der Unteren Bauaufsicht in Saarbrücken Mängel bei dem gestellten Antrag. Das für den Bau zuständige Unternehmen zeigt sich überrascht.

Verzögerungen bei Wasserstoff-Tankstelle
Audio [SR 3, (c) SR, 05.10.2019, Länge: 00:46 Min.]
Verzögerungen bei Wasserstoff-Tankstelle

Das Saarland will Wasserstoff-Modellregion werden. Entsprechende Fördermittel seien beantragt, eine Liste an potenziellen Partnern, die sich bereits mit dem Thema Wasserstoff als alternative Antriebsmethode auskennen, sei zusammengetragen, betonte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger am Freitag.

Doch während die SPD-Politikerin „großes Potenzial in einem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft im Saarland“ sieht, harkt es bereits an den kleinen Dingen. Denn der Bau der ersten saarländischen Wasserstoff-Tankstelle in Saarbrücken kommt nicht voran. Bereits im Sommer hätten die Arbeiten beginnen sollen, Ende des Jahres sollte die Tankstelle eigentlich betriebsbereit sein.

Ablehnung sorgt für Überraschung

Wenig Zulassungen, kaum Tankstellen
Wasserstoffautos im Dornröschenschlaf

Doch daraus wird nichts. Wie das Unternehmen H2-Mobility Deutschland dem SR mitteilte, sei der Bauantrag von der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) Saarbrücken zurückgewiesen worden. Die UBA bestätigte das. Aufgrund von Mängeln und fehlender Unterlagen habe man den Antrag abgelehnt. Für den Konzern sei die Ablehnung überraschend gekommen. „Wir haben bereits 75 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland gebaut. Bislang gab es noch nie Komplikationen“, sagte eine Sprecherin. In Saarbrücken seien die Anforderungen „sehr speziell“.

"Dann werden wir abgehängt"

Eine Einschätzung, die auch der Geschäftsführer des Vereins Autoregion e.V., Armin Gehl, teilt. Es würden unnötigerweise Steine in den Weg gelegt. "Die Untere Bauaufsicht blockiert den Einsatz von Zukunftstechnologie im Saarland. Wenn man sich dort nicht bewegt, dann werden wir abgehängt“, kritisierte Gehl.

Im Juli hatte Wirtschaftsministerin Rehlinger betont, man wolle eine länderübergreifend geschlossene „Wasserstofftrasse“ „ausgehend von Luxemburg über Saarbrücken, Homburg, Kaiserslautern und Ludwigshafen bis nach Frankfurt via Heidelberg bzw. Stuttgart via Karlsruhe“ aufbauen. Wann es mit dem Bau der ersten Tankstelle im Saarland allerdings losgehen soll, steht derzeit in den Sternen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 05.10.2019 berichtet.

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