Kraftwerk Fenne (Foto: SR)

Wasserstoffproduktion könnte sich verzögern

mit Informationen von Peter Sauer   15.07.2020 | 19:00 Uhr

Die Inbetriebnahme einer Wasserstoffproduktion im Steag Kraftwerk Völklingen-Fenne könnte sich verzögern. Ursprünglich sollte die Anlage 2023 an den Start gehen. Grund sind Verzögerungen bei der Förderung des Projekts.

Betreiber Steag hat das Projekt nach eigenen Angaben fertig ausgearbeitet, wartet aber seit Monaten auf einen konkreten Förderbescheid des Bundeswirtschaftsministeriums. Normalerweise werden die Investitionskosten, die nach Angaben von Steag bei rund 60 Millionen Euro liegen, bei solchen Projekten teilweise vom Staat übernommen.

Video [aktueller bericht, 15.07.2020, Länge: 3:24 Min.]
Verzögerung bei Wasserstoffproduktion

Hoher Bedarf an grünem Strom

Doch diese Summe reicht im Fall von Fenne nicht aus. Denn für die Produktion von grünem Wasserstoff braucht man viel Strom aus erneuerbaren Energien. Und der ist inklusive aller Abgaben und Steuern teuer. Steag-New Energies-Geschäftsführer Thomas Billotet sagte dem SR, dass die Wasserstoffproduktion ohne einen Zuschuss bei den Betriebskosten, auf absehbare Zeit unrentabel sei.

EU-Kommission wird Subventionen prüfen

Die Bundesregierung hat sich grundsätzlich für Betriebskostenzuschüsse offen gezeigt. Jedoch hat hier die EU-Kommission das letzte Wort – Stichwort: fairer Wettbewerb. Nach SR-Informationen wird die Kommission wohl erst im kommenden Jahr über die Rechtmäßigkeit solcher Subventionen entscheiden.

Für die von der saarländischen Landesregierung angestrebte Wasserstoffmodellregion ist die Wasserstoffproduktion ein entscheidender Baustein. In den kommenden anderthalb Jahren wird die Modellregion unter der Leitung des saarländischen Wirtschaftsministeriums mit Partnern aus der Wirtschaft ausgearbeitet, ehe der Bund dann seine Entscheidung trifft.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.07.2020 berichtet.

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