Wasserhahn (Foto: Lino Mirgeler/dpa-Bildfunk)

Wasserversorger sperren nur selten Zugang

Axel Wagner   04.11.2019 | 10:02 Uhr

Die saarländischen Wasserversorger sperren Privathaushalten nur selten den Anschluss. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Linken-Anfrage im Landtag hervor. Von den rund 330.000 Wasseranschlüssen im Saarland wurden in den letzten fünf Jahren 1228 gesperrt.

Den größten Anteil hat daran der Regionalverband Saarbrücken mit 469 Sperrungen, gefolgt vom Kreis Saarlouis (320) und dem Kreis Neunkirchen (227). Die Auswertung basiert auf einer Abfrage bei 33 von 40 saarländischen Wasserversorgern. Grund für die Sperrungen waren offene Rechnungen, die zwischen 100 und 8300 Euro lagen, im Durchschnitt 641 Euro. In den meisten Fällen wurde die Wasserversorgung nach spätestens zwei Tagen wieder hergestellt, weil der Kunde seine Rechnung beglich.

Sperren sollen vermieden werden

Ziel der Wasserversorger ist es aber, eine Sperre möglichst zu umgehen. Dazu steht man sowohl mit den Kunden als auch den Sozialämtern im ständigen Dialog und bietet unter anderem Ratenzahlungen an. Bei Zahlungsunfähigkeit, so die Landesregierung, werde die Wasserversorgung nicht komplett eingestellt, sondern über einen Münzzähler oder eine Drosselscheibe geregelt. Letztere reduziert den Wasserdurchfluss stark, lässt aber noch die Versorgung der Grundbedürfnisse zu. Einige Unternehmen bieten auch eine Wasserversorgung über ein Standrohr an. Außerdem wird vor einer Wassersperre wegen Zahlungsrückständen zunächst geprüft, ob nicht erst Strom oder Gas abgestellt werden. Einige Versorger stellen in heißen Sommermonaten das Wasser grundsätzlich nicht ab.

Zudem weisen viele Unternehmen darauf hin, dass Schuldner ihre Rechnungen meistens begleichen, wenn die Sperrung unmittelbar ansteht. Bei Sperrungen über lange Zeiträume stünden die Häuser fast immer leer.

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