Wasserzähler mit Geldscheinen (Foto: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO)

Unsere Wasserkosten – das bezahlen wir alles

Caroline Uhl / Niklas Resch   24.01.2019 | 18:00 Uhr

Beim Wasser gibt es Fixkosten, verbrauchsabhängige Kosten und Kosten je nach Grundstücksgröße. Davon fließt Geld an den Wasserversorger, die Kommune, das Land – hinzu kommen noch die Steuern. Wie sich der Preis für unser Wasser zusammensetzt, ist gar nicht so einfach zu verstehen. Der SR erklärt die Wasserkosten.


Trinkwasser

Der Preis für das Frischwasser setzt sich aus der Menge des verbrauchten Wassers in Kubikmeter und dem Grundpreis für den Wasserzähler zusammen. Damit bezahlen wir also für das verbrauchte Frischwasser und außerdem für die Infrastruktur, die notwendig ist, damit sauberes Wasser aus dem Hahn fließt; also etwa für: Brunnen, Leitungen, Hochbehälter, Wasserwerke und das Personal, das alles instand hält. Das Geld geht an die Wasserversorger. Die Preise variieren von Gemeinde zu Gemeinde und von Versorger zu Versorger. Die Brutto-Kubikmeterpreise schwanken zwischen 1,44 Euro (Großrosseln) und 2,48 Euro (Bexbach). Der Grundpreis liegt zwischen 3,48 Euro brutto pro Monat (Illingen) und 16 Euro brutto pro Monat (Saarbrücken). Die Einnahmen gehen an den örtlichen Versorger.


"Wassercent"

Im oben genannten Kubikmeterpreis sind elf Cent Grundwasserentnahmeentgelt enthalten (brutto), umgangssprachlich auch "Wassercent" genannt. Seit dem vergangenen Jahr müssen auch Privatverbraucher diese Abgabe ab dem ersten Kubikmeter zahlen. Der Wasserversorger zieht das Entgelt mit der Wasserrechnung ein, gibt es aber komplett weiter ans Land. Das Land soll das Geld für "ökologische Maßnahmen verwenden", vor allem für den Schutz des Grundwassers.


Steuern

Sowohl auf die Zählergebühr als auch auf den Preis fürs verbrauchte Frischwasser mit "Wassercent" entfallen jeweils sieben Prozent Mehrwertsteuer. Davon geht grundsätzlich etwas mehr als die Hälfte an den Bund, etwas weniger als die Hälfte an die Länder und um die zwei Prozent an die Gemeinden. Aufs Abwasser wird keine Steuer fällig.


Abwasser

Weil Schmutzwasser abtransportiert und gereinigt werden muss, fallen auch Kosten fürs Abwasser an. In 51 der 52 saarländischen Kommunen liegen für einen Vier-Personen-Musterhaushalt die Gesamtkosten fürs Abwasser über denen fürs Trinkwasser. Nur in St. Wendel ist es umgekehrt.

Der Preis fürs Abwasser setzt sich aus mehreren Einzelposten zusammen: Pro Kubikmeter verbrauchtes Frischwasser wird eine Abwassergebühr fällig, sie ist also verbrauchsabhängig, das heißt: Wer viel Wasser verbraucht, muss auch entsprechend viel fürs Abwasser bezahlen. Für das Gros der Kanäle sind die Kommunen verantwortlich. Jede Kommune legt daher auch die Höhe ihrer Abwassergebühr fest. Diese Gebühr liegt zwischen 2,55 Euro pro Kubikmeter (St. Wendel) und 5,95 Euro pro Kubikmeter (Gersheim).

Ein festgelegter Betrag in Höhe von derzeit 3,054 Euro pro Kubikmeter aus der Abwasser-Gebühr geht weiter zum Entsorgungsverband Saar (EVS), der zuständig ist für die Kläranlagen und den restlichen Teil des Kanalnetzes.


Regenwasser oder fixe Gebühr

Die meisten Gemeinden erheben zusätzlich noch eine Gebühr für das Niederschlagswasser, das von bebauten oder versiegelten Flächen in die Kanalisation fließt. Dort wird pro Quadratmeter ein von der Gemeinde festgelegter Betrag fällig. Als versiegelte Fläche zählen beispielsweise das Hausdach, die Terrasse oder die Einfahrt.

Manche Gemeinden verzichten auf diese variable Abgabe und erheben stattdessen eine weitere feste Grundgebühr. Und einige wenige nehmen beides: eine Regenwasser-Gebühr und eine fixe Gebühr. Wieder andere verlangen gar nichts extra. Es ist aber nicht so, dass diese automatisch billiger sind – es kommt immer auf die Kalkulation der einzelnen Posten an.

So setzen sich die Wasserkosten zusammen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 24.01.2019, Länge: 01:51 Min.]
So setzen sich die Wasserkosten zusammen

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 24.01.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja