Ein Huhn schaut aus seinem Stall (Foto: dpa)

Saarlands Umweltminister warnt vor Geflügelpest

  03.11.2020 | 17:46 Uhr

In Norddeutschland sind vergangene Woche mehrere Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln aufgetreten. Obwohl es im Saarland bisher keine Anzeichen für das Auftreten der Tierseuche gebe, ruft Umweltminister Reinhold Jost (SPD) die Geflügelhalter und Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Zuletzt ist nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums im Jahr 2017 ein Geflügelpesterreger bei einer toten Kanadagans im Saarland nachgewiesen worden. Bei den aktuell betroffenen Tieren in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg handele es sich ausschließlich um Wasser- und Greifvögel. Die neuen Geflügelpest-Funde stünden zeitlich und räumlich im Zusammenhang mit dem bereits begonnenen Herbstzug von Wasservögeln aus Regionen, in denen bereits das Virus nachgewiesen wurde.

Tote Vögel melden

"Ein wichtiger Einschleppungsweg für derartige Infektionen ist der Viruseintrag über Wildvögel. Daher ist auch im Saarland erhöhte Vorsicht und Wachsamkeit der Geflügelhalter geboten", mahnte Saarlands Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Nutzgeflügelhalter mit Freiland- oder Auslaufhaltung müssten die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten, um einen Kontakt ihrer Tiere mit Wildvögeln zu verhindern. Insbesondere Futter und Einstreu seien entsprechend zu lagern. Das Geflügel dürfe nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem auch Wildvögel Zugang hätten. Sollten Geflügelhaltungen bislang nicht beim Landesamt für Verbraucherschutz und der Tierseuchenkasse des Saarlandes registriert worden sein, bittet das Ministerium darum, dies schnellstens nachzuholen.

Das Umweltministerium bittet zudem die Bürger, Funde von verendeten wildlebenden Wasservögeln oder Greifvögeln im Saarland dem Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) zu melden. Unklare Krankheits- oder Todesfälle würden beim LAV untersucht. "Zwar ist bisher keine Übertragung der nachgewiesenen Virustypen auf Menschen bekannt, dennoch sollte direkter Kontakt zu toten Wildvögeln vermieden werden, ebenso der Kontakt von Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln", so Jost.

Über dieses Thma hat auch die SR-Nachrichtensendung "aktueller bericht" am 03.11.2020 berichtet.

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