Verdi-Fahne beim Streik der Busfahrer (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Busfahrer streiken

  24.09.2019 | 14:21 Uhr

Einen Tag nach der geplatzten Tarifrunde hat die Gewerkschaft Verdi heute die Busfahrer in den Warnstreik gerufen. Betroffen sind die Busbetriebe in Saarbrücken, Neunkirchen, Saarlouis und Völklingen. Die Saarbahn soll laut einer Unternehmenssprecherin fahren.

Busfahrer im Warnstreik
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 24.09.2019, Länge: 02:56 Min.]
Busfahrer im Warnstreik

Seit 3.00 Uhr wird gestreikt bei den kommunalen Busunternehmen. Bis Mitternacht legt die Gewerkschaft Verdi den Öffentlichen Personennahverkehr lahm. Das Personal von Saarbahn, Saarbahn Netz, sowie die Neunkircher, Völklinger und Saarlouiser Verkehrsbetriebe sind betroffen. Nach Angaben einer Saarbahn-Sprecherin fällt der komplette Linienbus-Verkehr in ihrem Verantwortungsbereich - insgesamt 40 Linien - aus. Die Saarbahn soll allerdings fahren, auch wenn hier mit Verspätungen zu rechnen ist.

Einzelne Schulbuslinien werden bedient

Zudem sollen einige Schulbusse regulär eingesetzt werden, darunter die Linie zur Waldorfschule und die Buslinien 801, 802, 804, 806, 810, 811, 815, 817, 838, 840, 843 und 849. Alle anderen Schulbuslinien fallen laut Saarbahn aus.

Verdi will auch am Mittwoch streiken

Christian Umlauf von Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland fordert die Arbeitgeber auf, ein verbessertes Angebot vorzulegen. "Wenn er das nicht macht, werden wir auch morgen einen weiteren Warnstreik machen", sagte Umlauf am Morgen im SR 1-Interview. Auch eine Urabstimmung und einen unbefristeten Streik schließt die Gewerkschaft nicht aus.

Der Kommunale Arbeitgeberverband KAV allerdings sieht im Moment keine Basis für weitere Tarifverhandlungen. Geschäftsführerin Barbara Beckmann-Roh sagte dem SR, dafür lägen die Tarifparteien zu weit auseinander. Die Lohnforderung 7,2 Prozent mehr pro Jahr für die Beschäftigten sei utopisch.

Die Gewerkschaft Verdi fordert ein Einstiegsgehalt von 2800 Euro für die Busfahrer und eine Lohnerhöhung von 427 Euro monatlich für alle Beschäftigten, bei einer Vertragslaufzeit von zweieinhalb Jahren. Die Arbeitgeber wollen die Erhöhung hingegen über einen längeren Zeitraum strecken, sie schlagen eine Laufzeit von fünf Jahren vor.

Streiks auch bei französischer Bahn

Grenzpendler müssen sich zudem auf zusätzliche Einschränkungen einstellen. Wegen eines Streiks bei der französischen Bahn fallen zwischen Metz und Saargemünd bzw. Forbach die die Hälfte aller Regionalzüge aus. Die französische Bahn rechnet bis Mittwoch mit Auswirkungen des Streiks.

Hintergrund

Hintergrund
Tarifverhandlungen im ÖPNV gescheitert
Auch in der dritten Runde der Tarifverhandlungen im kommunalen Busverkehr konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nicht auf einen neuen Vertrag einigen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 24.09.2019 berichtet.

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