Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Warnstreik an Uniklinik auch am Mittwoch fortgesetzt

  20.06.2018 | 20:30 Uhr

An der Uniklinik Homburg hat die Gewerkschaft Verdi ihren am Dienstag begonnen Warnstreik auch am Mittwoch fortgesetzt. Zudem waren auch Streikende nach Düsseldorf gefahren, um dort bei der Gesundheitsminister-Konferenz zu demonstrieren. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag, der die Entlastung des Krankenhauspersonals vorsieht.

Für den Warnstreik hatten sich Klinikleitung und Verdi Ende vergangener Woche auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt. Am Freitag läuft ein weiteres Ultimatum der Pflegekräfte ab. Verdi droht mit einem unbefristeten Streik, frühestens allerdings im Herbst.

Kritik an Klinikleitung

Zu Beginn des Streiks am Dienstag hatte der Gesundheitssekretär der Gewerkschaft Verdi, Michael Quetting, der Klinikleitung vorgeworfen, die Streikenden unter Druck zu setzen. Die Zusage, 120 Betten abzumelden, sei nicht in vollem Umfang eingehalten worden.

Video [aktueller bericht, 19.06.2018, Länge 3:59 Min.]
Warnstreik an Homburger Uniklinik

Auch andere Kliniken am Standort beteiligt

Von den anderen Kliniken wollten sich jeweils so viele Pflegerinnen und Pfleger am Warnstreik beteiligen, dass der mit der Klinikleitung ausgehandelte Notdienstplan eingehalten werden kann. Der sieht eine Besetzung wie an sonst üblichen Wochenenden vor, außerdem Bereitschaftsteams und vier Operations-Teams für onkologische schwere medizinische Fälle.

Unterstützung bekamen die Streikenden am Dienstag von Gesundheitsministerin Monika Bachmann: „Auf jeden Fall sind einige Vereinbarungen, die Verdi mit dem UKS schließen will, dringend notwendig.“  

Der zweitägige Streik soll die Verwaltungsspitze dazu bringen, endlich verbindliche Standards festzulegen, Personalzahlen fix festzuschreiben, inklusive Sanktionsmöglichkeiten, falls die nicht eingehalten werden. Die Chance dazu steht schlecht: Per Pressemitteilung erklärte die Klinikleitung ihr Unverständnis für die Streikenden. Entsprechend wütend reagierte Gewerkschaftssekretär Quetting: „Man betrügt uns, man hintergeht uns und macht auch andere Operationen. Die Chefärzte halten sich nicht an die Notdienstvereinbarung."

Antrag auf einstweilige Verfügung gescheitert

Die Klinikleitung hatte zuvor noch versucht, den Streik jursitisch abzuwenden. Ihr Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik war vom Berliner Arbeitsgericht am Montag aber abgewiesen worden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 20.06.2018 berichtet.

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