Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Große Streikbereitschaft an der Uniklinik

Thomas Braun / mit Informationen von Steffani Balle und Nelly Theobald   12.06.2018 | 16:45 Uhr

Notfalls mit einem unbefristeten Streik will die Gewerkschaft Verdi mehr Personal an der Uniklinik Homburg erzwingen. Die Pflegekräfte dort leiden unter Personalmangel, schieben einen Berg von Überstunden vor sich her. Am Dienstag trafen sich Vertreter der einzelnen Stationen mit der Gewerkschaft zu einem vorbereitenden Termin.

Rund fünfzig Stellvertreter der einzelnen Stationen beteiligten sich an diesem Vortreffen in Form eines dreistündigen Warnstreiks des Pflegepersonals an der Uniklinik. Sie beklagten überarbeitete Pflegekräfte, einen hohen Krankenstand und fehlendes Notfall-Management der Klinik. Die Überlastung der Pflege habe mittlerweile einen Stand von 1600 Überstunden allein in der Frauenklinik hervorgerufen, teilte Verdi im Vorfeld mit. Die versprochene Entlastung durch einen Springer-Pool, der zu Beginn des Jahres eingerichtet worden ist, greife nicht. Der Pool sei nicht ausreichend personalisiert.

Ultimatum läuft nächste Woche aus

Die Streikbereitschaft der Beschäftigten ist hoch. Der zweitägige Warnstreik kommende Woche Dienstag und Mittwoch wird also voraussichtlich stattfinden. Die Gewerkschaft rechnet mit bis zu 500 Pflegekräften, die sich beteiligen wollen. Mit dem Warnstreik soll noch einmal Druck gemacht werden, bevor am 22. Juni ein Ultimatum der Gewerkschaft ausläuft. Sollte es bis dahin zu keiner Einigung mit der Klinik kommen, richtet sich die Gewerkschaft auf einen unbefristeten Arbeitskampf ein. Zuvor soll es eine Urabstimmung geben. Für einen Arbeitskampf bedarf es die Zustimmung von 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder.

Die Klinikleitung ist nach eigenen Angaben bereit, über eine Entlastung zu verhandeln. Ein Tarifvertrag könne aus rechtlichen Gründen nicht abgeschlossen werden. Eine Notdienstvereinbarung, um sowohl die Sicherheit der Patienten als auch das Streik-Recht der Beschäftigten zu gewährleisten, ist am Dienstag auch in vier Stunden Verhandlung zwischen Verdi und der Klinikleitung nicht zustande gekommen. Am Donnerstag wird weiter verhandelt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.06.2018 berichtet.

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