Mann mit Verdi-Flagge (Foto: dpa)

Warnstreik im öffentlichen Dienst

  08.03.2018 | 14:15 Uhr

Rund 250 Mitarbeiter der Landeshauptstadt Saarbrücken haben am Mittag kurzzeitig die Arbeit niedergelegt. Vor der zweiten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes macht die Gewerkschaft Verdi Druck.

Warnstreik im Saarbrücker Rathaus
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 08.03.2018, Länge: 03:17 Min.]
Warnstreik im Saarbrücker Rathaus
8. März, später Vormittag, Rathaus Saarbrücken. Die Beschäftigten sind im Warnstreik. Aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi.

Heute fand auf dem Gustav-Regler-Platz eine Kundgebung statt. Anschließend haben die Beschäftigten eine Menschenkette um das Rathaus gebildet - darunter Sozialarbeiter, Müllerwerker, Rathausmitarbeiter und Gärtner. Die Message: "Wir sind die Landeshauptstadt, wir arbeiten für die Bürger und wir wollen ordentlich bezahlt werden".

Sechs Prozent mehr fordert die Gewerkschaft Verdi, mindestens aber 200 Euro mehr. Denn auch für die unteren Lohngruppen im öffentlichen Dienst gelte „Arm trotz Arbeit“, so Bernd Schumann, Verdi-Bezirksvorsitzender der Region Saar-Trier.  Und das will die Gewerkschaft verhindern. Auch für den Kommunalen Arbeitgeber Vertrag sind die mindestens 200 Euro mehr der Knackpunkt bei den Verhandlungen.

Problem in oberen Lohngruppen

In der ersten Tarifrunde hätten die Arbeitgeber die Lohnforderung der Gewerkschaft abgelehnt. Nun gehe es darum zu zeigen, dass die Beschäftigten bereit seien, auf die Straße zu gehen. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt.

Laut Barbara Beckmann-Roh, Geschäftsführerin des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, hat der öffentliche Dienst vielmehr in den oberen Lohngruppen ein Problem. Gerade bei Ingenieuren oder IT-Spezialisten lägen die Löhne unter denen in der freien Wirtschaft. Hier müsse man aber dringend konkurrenzfähig sein. Anfang kommender Woche wird weiterverhandelt. Gibt es auch dann kein Ergebnis, könnten massivere Streiks folgen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 08.03.2018 berichtet.

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