Fahne mit dem Logo der Gewerkschaft IG Metall (Foto: dpa/Lino Mirgeler)

IG Metall bereitet sich auf Warnstreiks vor

Karin Mayer   26.02.2021 | 06:30 Uhr

Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie bereitet sich die IG Metall Saarpfalz auf Warnstreiks vor. Trotz einer stark verbesserten Auftragslage hätten die Arbeitgeber bisher kein verhandelbares Angebot vorgelegt, teilte die Gewerkschaft mit.

Keine sechs Monate ist es her, als die Unternehmen Casar, Bosch Rexroth und Schaeffler Jobabbau angekündigt hatten. Die Beschäftigten gingen deshalb auf die Straße. Doch seitdem hat sich die Auftragslage hat sich offenbar stark verbessert.

Neue Jobs

IG Metall bereitet sich auf Warnstreiks vor
Audio [SR 3, Karin Mayer, 26.02.2021, Länge: 03:07 Min.]
IG Metall bereitet sich auf Warnstreiks vor

So seien bei Bosch Rexroth 90 Mitarbeiter befristet eingestellt worden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Alex Kreutz dem SR. Bei Casar in Limbach laufen die Geschäfte ebenfalls besser als erwartet. Zehn bis 16 neue Jobs sind laut Betriebsrat möglich.

Der Landmaschinenhersteller John Deere hat nach Angaben des Vertrauensleute-Vorsitzenden Marc Möller eine so hohes Bauprogramm wie noch nie. 100 Mitarbeiter wurden eingestellt. Hager in Blieskastel bereitet laut Betriebsratsvorsitzenden Cornelia Kessler den Voll-Contibetrieb vor und will 250 Arbeitsplätze schaffen.

IG Metall Homburg Saarpfalz bereitet Arbeitskampf vor

Alles in allem: kein Grund zur Bescheidenheit für die Gewerkschaft IG Metall. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg Saarpfalz Ralf Reinstädtler verlangt, dass die Beschäftigten an dieser positiven Entwicklung beteiligt werden. In drei Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber aber kein verhandelbares Angebot vorgelegt. Nun bereite die Gewerkschaft Warnstreiks vor. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Entgelt, will damit aber auch zur Beschäftigungssicherung beitragen.

Arbeitgeber: Warnstreiks sind nicht sinnvoll

Der Arbeitgeberverband MESaar hält Warnstreiks nicht für sinnvoll. In den letzten zwei Jahren hätte die Branche 20 Prozent Produktionsvolumen verloren. Es sei wichtig, die Unternehmen zukunftsfest zu machen und Investitionen in Digitalisierung zu ermöglichen. In der Metall- und Elektroindustrie im Saarland sind derzeit mehr als 44.000 Menschen beschäftigt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.02.2021 berichtet.

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