Cancelled - Anzeigetafel im Flughafen (Foto: picture alliance/dpa/Peter Kneffel)

200.000 Flugpassagiere von Streik betroffen

mit Informationen der AFP   15.01.2019 | 17:14 Uhr

Flugpassagiere haben sich am Dienstag erneut in Geduld üben müssen: An acht Flughäfen bundesweit, unter anderem in Frankfurt, trat das Sicherheitspersonal ganztägig in den Warnstreik, was auch Auswirkungen auf weitere Airports hatte. Hunderte Flüge wurden gestrichen, mehr als 200.000 Passagiere waren von Annullierungen und Verspätungen betroffen.

Die Gewerkschaft Verdi will einen bundeseinheitlichen Stundenlohn von 20 Euro für das Sicherheitspersonal durchsetzen. Die Streikbeteiligung sei an allen acht Flughäfen "sehr hoch" gewesen, teilte Verdi am Dienstag mit. Der Flugverkehr war "massiv eingeschränkt".

Viele Fluggäste hätten sich jedoch auf die Streiks eingestellt - sie reisten gar nicht erst an. Am größten Flughafen Deutschlands in Frankfurt am Main wurden nach Angaben des Betreibers Fraport 617 Verbindungen und damit rund jeder zweite Flug gestrichen.

BDLS spricht von "unverhältnismäßigen Aktionen"

Die Arbeitgeberseite, der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), kritisierte Verdi scharf. Das seien keine Warnstreiks im Zuge von Verhandlungen mehr, sondern "unverhältnismäßige Aktionen, die viele tausend unschuldige Passagiere, die Flughäfen und die Fluggesellschaften massiv schädigen", sagte Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser schon vor Beginn der Streiks. Der Flughafenverband ADV warf Verdi einen "Streikexzess" vor. Er forderte die Tarifparteien auf, "sofort" an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 15.01.2019 berichtet.

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