Ein junger Mann programmiert an einem Computer.  (Foto: dpa)

Vor allem Junge kehren dem Saarland den Rücken

Caroline Uhl   22.12.2018 | 08:30 Uhr

Das Saarland hat innerhalb von zehn Jahren fast 25.000 Einwohner an andere Bundesländer verloren. Das geht aus einer Analyse der Arbeitskammer hervor, die dem SR vorliegt. Eine Trendwende ist derzeit nicht in Sicht.

Fast zweimal die Gemeinde Tholey: So viele Einwohner hat das Saarland von 2007 bis 2017 de facto an andere Bundesländer verloren. Allein 2017 sind fast 2200 Personen mehr weggezogen als aus den anderen Bundesländern zuzogen.

Noch deutlich höher war die Abwanderung allerdings in den beiden vorangegangenen Jahren, 2015 und 2016, ausgefallen. Die Arbeitskammer vermutet zweierlei Gründe dafür: Zum einen sind das die Jahre, in denen viele Geflüchtete ins Saarland und von dort auch in andere Bundesländer weitergezogen sind. Zum anderen beendeten in diesen Jahren außergewöhnlich viele Studenten ihr Studium an der Saar-Uni.

Zum ersten Job raus aus dem Saarland

Für den ersten Job oder schon fürs Studium verlassen nämlich offenbar besonders viele das Saarland: Zumindest ist die Zahl derer, die vom Saarland ins übrige Bundesgebiet ziehen, unter den 20- bis 29-Jährigen besonders hoch. Um diese Gruppe im Saarland zu halten, sind nach Auffassung der Arbeitskammer vor allem eine schlagkräftige Uni und gut bezahlte Jobs wichtig. Wenn etwa das neue Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit schnell wachsen würde, könnte das möglicherweise die Verluste bremsen.

Umgekehrt bestehen aber auch Gefahren: Wenn zum Beispiel die Probleme in der Autoindustrie als großem Arbeitgeber im Land zunehmen, erhöht das die Gefahr, dass junge Leute vermehrt woanders ihr Glück suchen. Die Ankündigung des Autobauers Ford, in Saarlouis die Nachtschicht zu streichen, sieht die Arbeitskammer daher mit Sorge.

Abwanderung in andere Bundesländer

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 22.12.2018 berichtet.

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