Der Landesvorsitzende der Linken im Saarland Thomas LutzeDer Landesvorsitzende der Linken im Saarland Thomas Lutze (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Wahl von Lutze offenbar satzungsgemäß

Thomas Gerber / Onlinefassung: Leonie Rottmann   08.06.2021 | 14:49 Uhr

Die Wahl der Landesliste der Saar-Linken mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze an der Spitze ist offenbar satzungsgemäß verlaufen. Die Berliner Bundesgeschäftsstelle der Partei erklärte auf SR-Anfrage, dass die Listenaufstellung am vergangenen Sonntag im Neunkircher Ellenfeldstadion nicht zu beanstanden sei.

Der Streit im Linken-Machtkampf war, kurz bevor die Linke im Saarland auf ihrer Mitgliederversammlung die Wahlliste für den Bundestagswahlkampf aufgestellt hat, wieder hoch gekocht. Wer auf der Liste vorne steht, hat die besten Chancen, ins Bundesparlament einzuziehen.

Die Wahl mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze an der Spitze ist offenbar satzungsgemäß verlaufen, erklärte die Berliner Bundesgeschäftsstelle der Partei auf SR-Anfrage.

Fehler bei der Mitgliederliste seien im Vorfeld der Versammlung geklärt und korrigiert worden. Beschwerden von Mitgliedern über mögliche Fehler bei der Mitgliederversammlung lägen derzeit nicht vor.

Ermittlungen werden abgewartet

Zu dem gegen Lutze laufenden Ermittlungsverfahren erklärte die Bundesgeschäftsstelle lediglich, dass ihr dies bekannt sei und man die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarte. Zu der Frage, ob eine mögliche Anklageerhebung die Ausgangssituation ändern würde und Lutze möglicherweise seine Kandidatur zurückziehen müsste, machte die Bundesgeschäftsstelle zunächst keine Angaben.

Parteizentrale will offenbar schlichten

Zum Konflikt zwischen Lutze und Fraktionschef Oskar Lafontaine hieß es aus Berlin, die Bundespartei sei mit allen Beteiligten im Gespräch. Die Aufforderung Lafontaines von Montag, im Saarland die Linke wegen Lutze nicht zu wählen, habe man zur Kenntnis genommen.

Es gehe nun darum, den Konflikt „einvernehmlich" zu lösen. Dies sei die Voraussetzung dafür, auch an der Saar mit der nötigen Geschlossenheit und Kraft in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Oskar Lafontaine bestätigte dem SR, dass die Bundespartei mit ihm Kontakt aufgenommen hat. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich Lafontaine nicht äußern.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.06.2021 berichtet.

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