Der Eingang des Amtsgerichts Saarbrücken (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Baltes bestreitet Vorwürfe in Handy-Affäre an Polizeischule

mit Informationen von Thomas Gerber   03.02.2020 | 14:26 Uhr

Der ehemalige Vize-Rektor der Göttelborner Polizeihochschule Christof Baltes hat vor dem Saarbrücker Amtsgericht die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Nötigung zurückgewiesen. Baltes wird beschuldigt, gemeinsam mit einem Dozenten Studenten gezwungen zu haben, ihre Handys herauszugeben. Anlass waren Vorwürfe, nach denen es Hinweise auf die Themen einer Klausur gegeben haben soll.

Die Hinweise zur Abschlussklausur im Sommer 2017 seien ernst zu nehmen gewesen, schließlich sei es um Verrat von Dienstgeheimnissen gegangen, sagte Baltes, der zwischenzeitlich Leiter einer Stabsstelle beim Landesinstitut für Präventives Handeln ist. Dass er die vier Studenten unter Druck gesetzt habe, wies er zurück. Letztlich hätten sie ihre Handys freiwillig herausgegeben.

Video [aktueller bericht, 03.02.2020, ab Minute 12:58]
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Zeuge berichtet von Druck

Während Baltes den Vorgang als ein zwar unangenehmes, jedoch mehr oder weniger normales Personalgespräch abhakte, empfand das ein Betroffener, der im Anschluss als Zeuge vernommen wurde, ganz anders. Er sei unter Druck gesetzt worden, habe Existenzängste gehabt und deshalb sein Handy herausgegeben. Baltes hätte gar angedroht, das Handy beschlagnahmen zu lassen - was rechtlich ohne offizielles Disziplinarverfahren wohl gar nicht möglich gewesen wäre.

Als die Verteidigung den 28-jährigen Zeugen am Ende seiner Aussage vereidigen lassen wollte, geriet der Prozess ins Stocken. Dem jungen Polizeibeamten soll nun zunächst ein Rechtsbeistand beigeordnet werden.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 03.02.2020.

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