Symbolbild: Illustration von Corona-Viren auf einer Saarlandkarte, Hintergrund: Laborsituation (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Vorbereitung auf eine mögliche "zweite Welle"

mit Informationen von Steffani Balle und Lisa Betzholz   18.06.2020 | 07:42 Uhr

Auch wenn die Fallzahlen im Saarland derzeit sehr niedrig sind, ist das Corona-Virus weiter aktiv. Noch ist unklar, ob es eine zweite Welle im Herbst geben wird und wie stark sie sein wird. Im Saarland will man vorbereitet sein. Der Opposition im Landtag verlaufen diese Vorbereitungen zu schleppend.

Tobias Hans zu Treffen der Ministerpräsidenten
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 18.06.2020, Länge: 04:23 Min.]
Tobias Hans zu Treffen der Ministerpräsidenten

Vor etwas mehr als drei Monaten trat der erste Coronafall im Saarland auf, kurz darauf schossen die Zahlen exponentiell in die Höhe. Durch einen harten Lockdown wurde die Ausbreitung eingedämmt - verschwunden ist das Virus aber nicht. "Das Virus wird uns den Sommer über begleiten", sagt der Homburger Virologe Jürgen Rissland. "Ich sehe an den ganzen Ausbrüchen, auch den kleinen Ausbrüchen beispielsweise hier im Saarland, dass es immer noch Aktivität gibt."

Dass im Herbst die Zahlen wieder stärker steigen, will Rissland nicht ausschließen. "Keiner kann seriös sagen, wie stark die zweite Welle wird. Dass wir uns darauf einrichten müssen, dass es kommen kann, liegt auf der Hand", so der Virologe am Mittwoch im Interview im aktuellen bericht.

Video [aktueller bericht, 17.06.2020, Länge: 3:37 Min.]
Dr. Jürgen Rissland, Virologe am UKS, zur Corona-Lage

Gesundheitssystem besser vorbereiten

Vorbereitung auf eine mögliche "zweite Welle"
Audio [SR 3, Steffani Balle, 18.06.2020, Länge: 03:05 Min.]
Vorbereitung auf eine mögliche "zweite Welle"

Auch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Saar-Landtag, Magnus Jung (SPD), erwartet eine zweite Coronapandemie-Welle im Herbst. Auf diesen Fall sollte sich das Gesundheitssystem im Saarland vorbereiten, so Jung im SR-Interview.

Die Versorgung mit Schutzausrüstung, wie Masken und Desinfektionsmitteln sowie der Ausbau der Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit sei mittlerweile gut. Die Lieferketten funktionierten, nicht zuletzt auch deshalb, weil einige Firmen im Land auf die Produktion von Infektionsschutzhardware umgestiegen seien, sagt Jung. Wären die Gesundheitsämter noch unvorbereitet in die erste Welle der Pandemie gestürzt, könne man die Bewältigung einer zweiten Welle deutlich besser vorbereiten.

Jung fordert allerdings deutlich mehr Coronatests, auch bei asymptomatischen Verdachtsfällen. Außerdem will er mehr Daten erheben, um Ursprung und Verbreitung des Coronavirus besser verstehen zu lernen.

Linksfraktion von bisherigen Vorbereitungen enttäuscht

Die Linksfraktion im Landtag ist weniger optimistisch, was den bisherigen Stand der Vorbereitungen auf eine zweite  Welle angeht. Sie zeigte sich nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch enttäuscht. Es gebe keinen Masterplan, eine neu eingerichtete Expertenkommission habe noch nicht getagt.

Video [aktueller bericht, 17.06.2020, Länge: 2:21 Min.]
Gesundheitsausschuss berät zu möglicher zweiter Corona-Welle

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 18.06.2020.

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