Vlexx Regionalbahn (Foto: imago images / Rüdiger Wölk)

Vlexx kämpft mit "angespannter Personallage"

  14.11.2019 | 14:57 Uhr

Kurz vor dem Anbieterwechsel auf mehreren regionalen Bahnstrecken im Saarland kämpft der neue Betreiber Vlexx mit Personalproblemen. Ob das auch Auswirkungen auf den Fahrbetrieb hat, wird derzeit geprüft.

Ab dem 15. Dezember übernimmt Vlexx die Bahnstrecken Saarbrücken-Lebach, Saarbrücken-St. Wendel-Neubrücke, Saarbrücken-Neunkirchen-Homburg und die Strecke zwischen Homburg und Illingen von der DB Regio. Doch der Übergang gestaltet sich für den neuen Anbieter alles andere als reibungslos, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Jochen Flackus hervorgeht.

Lieferschwierigkeiten bei neuen Zügen

So gibt es Lieferschwierigkeiten bei den 21 bestellten Bombardierzügen. Zum Start am 15. Dezember wird - anders als geplant - nicht einmal eine Teilflotte der neuen Züge zur Verfügung stehen. Stattdessen mietet Vlexx beim Land die bisher auf der Strecke eingesetzten Züge. Das führt allerdings zu einer zumindest vorübergehenden Personalnot bei dem Unternehmen: Denn die Zugführer müssen nun zusätzlich auf diesen Triebwagen geschult werden.

Nur zwei Fahrer von DB Regio zu Vlexx gewechselt

Generell gestaltet sich die Personalsuche schwierig. Zwar habe Vlexx bereits mehrere Qualifizierungskurse für neues Personal abgeschlossen, ein Kurs laufe gerade noch. Allerdings habe sich etwa die Hoffnung, dass Mitarbeiter vom aktuellen Betreiber DB Regio zu Vlexx wechseln, nicht erfüllt. Nur zwei Zugführer hätten das Angebot angenommen, heißt es in der Antwort auf die Landtagsanfrage. Auch der Versuch, weiteres Personal von DB Regio auszuleihen, sei bislang daran gescheitert, dass der DB-Regio-Betriebsrat nicht zustimmt. Hinzu komme, dass sich Unternehmen aus dem In- und Ausland aufgrund eines bundesweiten Mangels gegenseitig aggressiv Personal abwerben.

Ob durch die angespannte Personallage auch Züge ausfallen müssen, ist derzeit unklar. Auf SR-Anfrage teilte das Unternehmen mit, dass man aktuell in engem Austausch mit dem Land stehe und mit Hochdruck an einer Lösung arbeite, aber auch "eventuelle Auswirkungen auf den Fahrbetrieb" prüfe.

Angebot am Wochenende ausgedünnt

Klar ist bereits jetzt, dass mit dem neuen Fahrplan ab dem 15. Dezember an den Wochenenden mehrere Verbindungen zwischen Saarbrücken und St. Wendel wegfallen. Dies hat laut Wirtschaftsministerium allerdings nichts mit den aktuellen Personalengpässen zu tun, sondern mit der mangelnden Nachfrage auf dieser Strecke. Die Samstagszüge seien mit durchschnittlich 31 Fahrgästen nur zur 15 Prozent ausgelastet - etwa knapp die Hälfte der Auslastung im Vergleich zu den Wochentagen. Sollte die Nachfrage wieder steigen, könnte im Rahmen des Verkehrsvertrages nachgebessert werden.

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