Dr. Markus Warncke (Vorstand Finanzen) und Frank Göring (Vorstandsvorsitzender) präsentieren das Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 der Villeroy & Boch AG (Foto: Pressefoto V&B)

Weniger Umsatz, aber mehr Gewinn bei V & B

mit Informationen von Karin Mayer   06.02.2020 | 16:08 Uhr

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz gemacht. Durch den Verkauf einer Immobilie in Luxemburg ist das Konzernergebnis mit über 80,4 Millionen Euro trotzdem doppelt so hoch wie im Vorjahr. Derweil prüft V & B den größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte.

Insgesamt 833 Millionen Euro hat das Unternehmen aus Mettlach im vergangenen Jahr erwirtschaftet, 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Wie in der Vergangenheit liefert der Bereich Bad und Wellness gut zwei Drittel des Umsatzes.

Video [aktueller bericht, 06.02.2020, Länge: 2:13 Min.]
V & B verzeichnet weniger Umsatz, aber mehr Gewinn

Während der Wellnessbereich mit Acryl-Badewannen um über vier Prozent zulegen konnte, ist das Geschäft mit Sanitärkeramik um 8,3 Prozent regelrecht eingebrochen. V & B verweist auf ein schwieriges erstes Halbjahr und auf Verzögerungen im Projektgeschäft. Der Bereich Tischkultur ist dagegen um 3,9 Prozent gewachsen. Das ist nach Unternehmensangaben vor allem im E-Commerce gelungen. Für das laufende Jahr strebt der Konzern wieder ein leichtes Wachstum an. Womöglich bahnt sich auch eine sogenannte Elefantenhochzeit in der Keramikbranche an.

Kauf von Ideal Standard bis Ende März fix?

Die Gespräche über den möglichen Erwerb von Ideal Standard durch Villeroy & Boch könnten nach SR-Informationen weiter fortgeschritten sein als bisher bekannt. Der Vorstandsvorsitzende Frank Göring hofft, dass eine Entscheidung über Kaufverhandlungen noch vor der Hauptversammlung Ende März getroffen wird. Bisher hatte V & B davon gesprochen, dass die Gespräche mit Ideal Standard sich in einem sehr frühen Stadium befinden.

Ideal Standard könnte den Informationen zufolge das Geschäft und den Vertrieb von V & B bei der Badkeramik, im Projektgeschäft und mit Badarmaturen ergänzen. Das Unternehmen mit Sitz in Brüssel hat die Zahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren von 13.000 auf 9000 reduziert. Eine finale Kaufentscheidung ist damit noch nicht gefallen. Die Gespräche mit Ideal Standard soll der Aufsichtsrat zuvor aber einstimmig genehmigt haben. Für V & B wäre es der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 06.02.2020.

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