An einem Haltegriff eines Pflegebettes in einem Seniorenheim hängt ein weißes Deko-Herz an einem roten Band. (Foto: Jonas Güttler/dpa)

Viele Pflegebedürftige werden zuhause versorgt

Thomas Braun   03.01.2021 | 12:00 Uhr

Fast 80 Prozent der Pflegebedürftigen im Saarland wurden Ende 2019 zuhause versorgt - die meisten davon alleine durch Angehörige. Insgesamt ist die Zahl der Pflegebedürftigen im Vergleich zu früheren Jahren stark gestiegen. Ursache sind unter anderem gesetzliche Änderungen.

Im Saarland galten Ende 2019 rund 55.000 Menschen als pflegebedürftig. Das waren gut 21 Prozent mehr als noch 2017, wie aus der alle zwei Jahre veröffentlichten Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Den Anstieg führt das Statistische Amt unter anderem auf den seit 2017 weiter gefassten Begriff der Pflegebedürftigkeit zurück. Die früher gültigen drei Pflegestufen wurden damals durch fünf neue Pflegegrade abgelöst.

29.500 Pflegebedürftige alleine durch Angehörige versorgt

Rund 43.500 Pflegebedürftige im Saarland leben noch zuhause. 29.500 davon werden alleine durch Angehörige versorgt. Das heißt, sie erhalten ausschließlich Pflegegeld.

Vollstationär in Heimen wurden Ende des Jahres knapp 12.000 Männer und Frauen versorgt. Mit einem Anteil von 21,4 Prozent an allen Pflegebedürftigen ist das nach Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen-Anhalt die höchste Rate bundesweit. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 19,8 Prozent.

Umgekehrt hat das Saarland bei der Versorgung durch ambulante Pflegedienste mit 19,6 Prozent die niedrigste Rate bundesweit.

Pflegebedürftigkeit steigt mit dem Alter

Mit dem Alter nimmt die Pflegebedürftigkeit zu. Unter den 75- bis 85-Jährigen gilt im Saarland gut jeder Fünfte als pflegebedürftig, von den 85- bis 90-Jährigen ist es jeder Zweite, von den Über-90-Jährigen sind es drei Viertel.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.01.2021 berichtet.

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