Closed-Schild an einem Geschäft (Foto: Pixabay/BenediktGeyer)

Clubbetreiber kritisieren Corona-Auflagen

Axel Wagner / Mit Informationen von Shanna Große   07.07.2021 | 08:26 Uhr

Obwohl sie ab Freitag wieder öffnen dürften, werden auch unter der neuen Corona-Verordnung offenbar zahlreiche Clubs im Saarland vorerst geschlossen bleiben. Die Betreiber verweisen auf die nach ihrer Ansicht zu strengen Anforderungen.

„Unter den Bedingungen, glaube ich, wirst du keinen Club finden, der öffnet“, sagte Tim Grothe vom Saarbrücker Club „Mauerpfeiffer“ dem SR und verweist auf die Begrenzung der Besucherzahl nach der Fünf-Quadratmeter-Regel, die die ab Freitag gültige Corona-Verordnung vorsieht. „Wir dürften rein theoretisch 40 Leute reinlassen. Das ergibt einfach gar keinen Sinn.“

Betreiber sind sauer

Er sei extrem sauer, so Grothe, weil er Gespräche mit diversen Politikern geführt habe, die „keine sinnlose Verordnung herausgeben“ wollten. „Jetzt haben sie die sinnloseste überhaupt herausgegeben. Jetzt hat man aus acht Wörtern quasi einen Riesenabsatz gemacht, dass man Clubbetrieb mehr oder weniger untersagt. Das ist schon sehr traurig was da passiert ist.“

Ähnliche Reaktionen sind auch aus anderen Clubs zu hören. „Es wäre für uns aufgrund des Umbaus eh nicht infrage gekommen, aber abgesehen davon kann ich mir das unter den aktuellen Auflagen überhaupt nicht vorstellen, dass Feiern mit Maske und festem Sitzplatz irgendwie Spaß macht“, so Jules Quint, Teilhaber des Saarbrücker „blau“. „Und es ist einfach nur anstrengend für Thekenpersonal und Security.“

"Das Ganze nur schlimmer gemacht"

Auch das „Soho“ in Saarbrücken wird den Club nicht öffnen, man will sich stattdessen auf Außenveranstaltungen konzentrieren. Tomas Morrobel vom Saarbrücker Club „Apartment“ erklärte: „Das Konzept ist ehrlich für den Arsch. Und eigentlich hat es das Ganze nur schlimmer gemacht, weil jetzt alle denken, es geht wieder los, aber das Kleingedruckte nicht lesen und von uns Clubbetreibern erwarten, dass wir den Laden wieder aufsperren.“

Cassius Clemens prüft gerade für den Club „Flash“ in St. Wendel, wie ein Hygienekonzept aussehen könnte. Ihm fehlen aber noch zu viele Informationen. Beim „Kollosseum“ in Neunkirchen und beim „Cube Club“ in Merzig und weiteren Clubs ist man sich ebenfalls noch unsicher. „Wir finden es nicht so toll mit den Auflagen“, teilte der „Cube Club“ dem SR mit. Man könne nur eine begrenzte Anzahl Besucher reinlassen. „Ob sich das lohnt, können wir pauschal nicht sagen. Die Auflagen sind einfach total überzogen.“

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 07.07.2021 berichtet.

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