Videoüberwachung (Foto: SR)

Videoüberwachung in Saarbrücken in Betrieb

Stephan Deppen / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   20.08.2020 | 16:41 Uhr

Seit Donnerstag gibt es an zwei kriminalistischen Brennpunkten der Landeshauptstadt Saarbrücken offiziell Videoüberwachung. Nach mehreren Verzögerungen sind die Kameras an Eurobahnhof und Johanneskirche in der Saarbrücker Innenstadt in Betrieb.

Insgesamt sind derzeit 24 Kameras mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit an den zwei Standorten montiert – es sollen aber noch 15 Stück dazu kommen. Nach einigen Verzögerungen sei nun alles voll funktionsfähig, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) bei der Vorstellung der Anlage.

Video [aktueller bericht, 20.08.2020, Länge: 2:57 Min.]
Videoüberwachung nach mehrmaligen Verzögerungen gestartet

Kameras, Scheinwerfer und Sprachaufnahmen

Videoschutzkonzept für Saarbrücken
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 20.08.2020, Länge: 02:58 Min.]
Videoschutzkonzept für Saarbrücken

Seit Februar waren fünf Kameras an der Johanneskirche im Testbetrieb, seit Juli 19 am Eurobahnhof. Und in dieser Zeit seien die Aufnahmen für 80 Strafverfahren als Beweismittel angefragt worden, so der Innenminister. Die Anlage besteht nicht nur aus Kameras, die 24 Stunden aufzeichnen, es gibt auch dazugehörige Scheinwerfer, um nachts kritische Ereignisse auszuleuchten. Zusätzlich können sechs standardisierte Sprachaufnahmen abgespielt werden, um Täter oder Opfer anzusprechen.

Es gehe nicht nur um Strafverfolgung, sondern dezidiert auch um das subjektive Sicherheitsempfinden, sagte Polizeipräsident Norbert Rupp: "Es geht darum, dass Sicherheitsgefühl an diesen Brennpunkten vor dem Bahnhof und an der Johanneskirche deutlich zu stärken."

24-Stunden Live-Aufzeichnung

In jeder Dienstschicht sitzen drei Personen vor den Bildschirmen und beobachten das Geschehen an den Orten. Sie sind eigens geschult worden, um bestimmte Verhaltensweisen von Menschen einordnen zu können. Spätestens alle halbe Stunde müssen sie eine Pause einlegen.

Die Kameras laufen 24 Stunden, die Live-Beobachtung nicht so lange. Zu welchen Uhrzeiten bleibt aber polizeiliches Betriebsgeheimnis. Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conrad (CDU) ist froh, dass die Anlage nun endlich in Betrieb ist: "Das stärkt die Sicherheit enorm. Für alle Menschen, die nach Saarbrücken kommen."

Zusammenarbeit mit dem Datenschutz

Nach 14 Tagen werden die Aufnahmen gelöscht, wenn sie nicht ermittlungsrelevant sind. Der Einsatz ist an Kriminalitätsschwerpunkte gebunden - und davon gibt es aktuell nur zwei im Saarland, eben die in Saarbrücken. Der Einsatz der Kameras sei eng mit Datenschützern abgesprochen, so Innenminister Bouillon: "Wir haben alles mit dem Datenschutz abgeklärt. Es gab eine vertrauensvolle Zusammenarbeit."

Das Projekt hat 1,1 Millionen Euro gekostet, jährlich kommen 100.000 Euro für Wartung und die Kosten für 41 Personen dazu. Bei einer Panne bei der Installation im vergangenen Jahr hatte Bouillon noch erklärt, Regressforderungen an ein Unternehmen prüfen zu wollen. Dazu erklärte er am Donnerstag, er wisse nicht, was daraus geworden sei.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 20.08.2020 berichtet.

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