Logo-Schriftzug der Sparkasse  (Foto: Ch. Niessen/SR)

Sparkasse Saarbrücken erhebt Verwahrentgelt ab 25.000 Euro

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   21.12.2021 | 18:12 Uhr

Die Sparkasse Saarbrücken erhebt jetzt schon Verwahrzinsen auf Girokonten ab 25.000 Euro. Auch andere Banken im Saarland verlangen Verwahrentgelte von Privatkunden. Ein Grund dafür ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Auf Girokonten fallen bei der Sparkasse Saarbrücken ab 25.000 Euro, auf Sparkonten ab einem Guthaben von 75.000 Euro Verwahrzinsen an. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Frank Saar dem SR bestätigt.

Kunden sollen andere Geldanlagen nutzen

Insgesamt bleibe es damit bei einem maximalen Guthaben von bis zu 100.000 Euro, das strafzinsfrei verwahrt werden könne. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag.

Die Sparkasse reagiere damit, auf den stetigen Zufluss von Geldeinlagen, weil andere Banken Strafzinsen schon für kleinere Guthaben verlangten. Die Institute seien bemüht, den betroffenen Kunden andere Geldanlagen zu empfehlen.

Auch andere Sparkassen im Saarland erheben Verwahrentgelte. Im Herbst 2021 galten dabei je nach Kreditinstitut unterschiedliche Regelungen.

Verwahrzinsen auch bei anderen Banken

Auch andere Banken verlangen Verwahrzinsen auf hohe Guthaben auch von Privatkunden. Die Sparda Bank Südwest beispielsweise erhebt ein Verwahrentgelt ab 50.000 Euro auf dem Girokonto. Weitere 50.000 Euro können Kunden auf einem Tagesgeldkonto einzahlen.

Andreas Manthe von der Sparda Bank Südwest sagte dem SR, wenn es den Banken nicht gelinge, die Gelder als Kredite weiterzugeben, fielen für die Banken selbst Strafzinsen an. Die Verwahrentgelte bei Geschäftsbanken hätten dazu geführt, dass sehr viel Geld auf die Konten geflossen sei. Darauf müsse die Bank reagieren. Die Sparda Bank Südwest habe deshalb vielen Kunden geraten, Alternative Geldanlagen wie Fonds zu nutzen.

Druck durch Niedrigzinspolitik

Die Bank1Saar verlangt von ihren Kunden bei Guthaben über 100.000 Euro ein Verwahrentgelt. Bei Neukunden errechnet die Bank die Verwahrentgelte auf hohe Guthaben auf Grundlage individueller Einzelvereinbarung, so eine Sprecherin. Die Verwahrentgelte betragen 0,5 Prozent.

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank stehen Sparkassen und Banken unter Druck. Um eigene Strafzinsen auszugleichen, geben sie Verwahrentgelte zunehmend an die Kunden weiter.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.12.2021 berichtet.

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